AIM – High-End Kabel aus Japan für Netzwerk, USB und HDMI
AIM ist einer dieser Hersteller, bei denen die Geschichte nicht mit „Audiophilen Spezialkabeln“ begonnen hat. AIM Electronics wurde 1983 in Japan gegründet und kommt ursprünglich aus der professionellen Daten- und Kommunikationstechnik. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich das Unternehmen mit der zuverlässigen Übertragung hochfrequenter digitaler Signale über Kupfer- und Glasfaserverbindungen. Genau dieses Know-how bildet heute die Grundlage der AIM Kabel für High-End Audio und Video.
Das gefällt uns. Denn gerade bei Digitalkabeln sollte die Entwicklung nicht bei besonders hübschen Steckern oder geheimnisvollen Klangbeschreibungen beginnen, sondern bei HF-Technik, Impedanz, Leitergeometrie, Schirmung, Steckverbindungen und kontrollierter Signalübertragung.
AIM entwickelt seine Kabel entsprechend technisch konsequent. Ethernet-, USB- und HDMI-Kabel werden nicht einfach nach bestehenden Industriekonstruktionen konfektioniert, sondern für ihre jeweilige Anwendung aufgebaut. Je nach Modell kommen speziell entwickelte Leiter, aufwendige Isolationsmaterialien, getrennte Signal- und Versorgungsstrukturen sowie mehrlagige Abschirmungen zum Einsatz.
Digitalkabel übertragen nur Nullen und Einsen – oder?
Der beliebte Satz „Digital ist digital“ ist grundsätzlich nicht völlig falsch – aber technisch zu kurz gedacht. Natürlich soll ein gutes Digitalkabel keine Informationen verändern. Ein Ethernet-, USB- oder HDMI-Kabel soll Daten möglichst fehlerfrei übertragen.
Auf dem Kabel selbst bewegen sich allerdings keine abstrakten Nullen und Einsen, sondern hochfrequente elektrische Signale. Damit gelten dieselben physikalischen Grundlagen wie bei anderen Hochfrequenzverbindungen: Wellenwiderstand, Reflexionen, Übersprechen, Dämpfung, Flankensteilheit und elektromagnetische Störungen spielen eine Rolle.
Für eine High-End-Anlage kommt ein weiterer Punkt hinzu: Ein Kabel verbindet nicht nur zwei digitale Geräte miteinander, sondern kann auch einen elektrischen Weg für hochfrequente Störungen und Common-Mode-Rauschen darstellen. Router, Switches, Computer, NAS-Systeme und Schaltnetzteile sind ausgezeichnete Datenverarbeiter – aber nicht unbedingt die saubersten Nachbarn für empfindliche Audioelektronik.
Genau hier liegt ein wesentlicher Schwerpunkt der AIM Entwicklung.
AIM N-ZERO – konsequentes Noise Management
AIM bezeichnet einen wichtigen Teil seiner Entwicklungsphilosophie als N-ZERO Concept. Dahinter steckt der Versuch, unerwünschte elektromagnetische Beeinflussungen innerhalb und außerhalb des Kabels möglichst wirkungsvoll zu reduzieren.
Dazu verwendet AIM je nach Modell unterschiedliche Kombinationen aus Aluminiumfolien, hochdichten Kupfergeflechten, speziellen Abschirmmaterialien, definierten Innenmänteln und geschirmten Steckverbindern. Bei aufwendigeren Konstruktionen werden mehrere verschiedene Schirmmaterialien kombiniert, da ein einzelnes Material nicht über den gesamten relevanten Frequenzbereich gleichermaßen wirksam sein muss.
Interessant ist dabei auch die umgekehrte Betrachtung: Ein gutes Digitalkabel soll nicht nur verhindern, dass Störungen von außen in die Datenleitung gelangen. Es sollte möglichst wenig hochfrequente Energie an benachbarte Leitungen und Geräte abstrahlen.
AIM Ethernet-Kabel – entwickelt für Network Audio
Mit seiner SHIELDIO-Serie beschäftigt sich AIM schon seit vielen Jahren intensiv mit Ethernet-Verbindungen für hochwertige Streaming-Systeme. Die aktuellen Modelle reichen von vergleichsweise bezahlbaren Lösungen bis zum kompromisslosen NAX-Flaggschiff.
Technisch konzentriert sich AIM dabei unter anderem auf eine stabile Geometrie der vier verdrillten Adernpaare, hochwertige Leiter, definierte Isolation, wirkungsvolle Abschirmung und möglichst HF-dichte RJ45-Steckverbinder.
Bei den höherwertigen Modellen werden mehrere Schirmungsebenen miteinander kombiniert. Der aktuelle AIM NAX geht noch weiter und verwendet einen speziell entwickelten OFC-Leiter mit Reinsilberbeschichtung, eine geschäumte Isolation sowie eine aufwendige vierlagige Abschirmkonstruktion. AIM setzt beim NAX außerdem hochwertige Telegärtner-Steckverbinder ein.
Das Ziel ist nicht, die übertragenen Musikdaten zu verändern. Ein Netzwerkpaket soll am Ende selbstverständlich dasselbe Netzwerkpaket bleiben. Entscheidend ist vielmehr, HF-Störungen möglichst wenig Gelegenheit zu geben, über die Netzwerkverbindung in Streamer, Server oder DAC einzukoppeln.
Warum kann ein Netzwerkkabel überhaupt Einfluss auf eine Audioanlage haben?
Ethernet verfügt bereits konstruktiv über eine gute Störfestigkeit und eine elektrische Isolation in den Netzwerkinterfaces. Trotzdem existiert ein reales HF-System aus Kabeln, Steckern, Gehäusen, Schirmungen und angeschlossenen Geräten. Insbesondere hochfrequente Common-Mode-Störungen können sich innerhalb einer komplexen Anlage Wege suchen, die mit der eigentlichen Datenintegrität wenig zu tun haben.
Deshalb sollte man die Diskussion über audiophile Netzwerkkabel nicht darauf reduzieren, ob bei einem schlechten Kabel angeblich andere Bits am Streamer ankommen. Darum geht es normalerweise nicht.
Die interessantere Frage lautet: Welche HF-Störungen erreichen zusammen mit der Netzwerkverbindung das angeschlossene Audiogerät und wie gut verhindert die gesamte Konstruktion ihre weitere Ausbreitung?
Genau unter diesem Gesichtspunkt sind die aufwendigen Schirmungs- und Stecker-Konstruktionen von AIM technisch nachvollziehbar.
AIM USB-Kabel – Signal und Stromversorgung im Blick
USB stellt im Audiobereich eine besondere Herausforderung dar. Neben der eigentlichen digitalen Datenübertragung enthält eine klassische USB-Verbindung auch eine 5-Volt-Stromversorgung. Damit liegen Daten- und Versorgungsleitungen innerhalb desselben Kabelsystems.
AIM trennt bei seinen hochwertigeren USB-Kabeln diese Bereiche konstruktiv besonders konsequent. Beim Spitzenmodell AIM UA3 werden Signal- und Versorgungssektionen in einer separierten Flachkabelstruktur geführt. AIM kombiniert dies mit umfangreichen Abschirmmaßnahmen bis in die Steckverbinder hinein.
Eine technische Besonderheit des UA3 ist der Reinsilber-Massivleiter für die Signalleitung. Zusätzlich verwendet AIM das spezielle PULSHUT MU Material zur Unterdrückung elektromagnetischer Störungen sowie eine mehrstufige Schirmkonstruktion aus Aluminium- und Kupferelementen.
Auch hier gilt: Das Ziel eines guten USB-Kabels besteht nicht darin, digitale Daten klanglich zu „veredeln“. Interessant sind vielmehr Signalintegrität und die Reduzierung unerwünschter elektrischer Störungen zwischen Computer, Server, Streamer und D/A-Wandler.
AIM HDMI – wenn richtig hohe Datenraten übertragen werden müssen
Bei HDMI wird besonders deutlich, warum Digitalkabel keineswegs beliebig konstruiert werden können. Moderne HDMI-Verbindungen übertragen enorme Datenmengen. Aktuelle Ultra-High-Speed-Verbindungen arbeiten mit Datenraten bis 48 Gbit/s. Spätestens bei größeren Kabellängen wird eine kontrollierte Hochfrequenzübertragung anspruchsvoll.
AIM besitzt auf diesem Gebiet langjährige Erfahrung und gehört zu den Herstellern, die sich früh intensiv mit optischen beziehungsweise hybriden HDMI-Verbindungen beschäftigt haben.
Das aktuelle AIM LS3 kombiniert beispielsweise Quarz-Glasfaser für die hochfrequenten FRL-Signalwege mit Kupferleitern für weitere HDMI-Funktionen. Das Kabel unterstützt Übertragungsraten bis 48 Gbit/s und ist für moderne hochauflösende Videoformate einschließlich 8K sowie HDR-Anwendungen ausgelegt.
Gerade für Heimkinos, Projektoren und Installationen mit größeren Leitungslängen ist dieses Konzept interessant. Während lange rein kupferbasierte HDMI-Leitungen mit steigender Datenrate zunehmend anspruchsvoll werden, lässt sich das eigentliche Hochgeschwindigkeitssignal über Glasfaser praktisch ohne die typischen elektromagnetischen Einstreuungsprobleme einer langen Kupferstrecke übertragen.
Material ist wichtig – Konstruktion ist wichtiger
Reinsilber, versilbertes OFC oder besonders reines Kupfer klingen auf dem Datenblatt natürlich beeindruckend. Ein hochwertiges Digitalkabel lässt sich unserer Meinung nach aber nicht allein anhand des Leitermaterials beurteilen.
Mindestens ebenso relevant sind:
- definierte Leitergeometrie und kontrollierter Wellenwiderstand
- geringe Reflexionen und Übertragungsverluste
- hochwertige und konstante Isolation
- Unterdrückung von Übersprechen zwischen einzelnen Leitungen
- HF-wirksame Abschirmung
- mechanisch und elektrisch hochwertige Steckverbinder
- möglichst durchgängige Schirmung bis in den Stecker
- saubere Verarbeitung und konstante Fertigungsqualität
Genau diese Gesamtbetrachtung unterscheidet AIM von vielen Kabelanbietern, die sich hauptsächlich auf exotische Materialien konzentrieren.
Japanische Fertigungsphilosophie statt Kabel-Voodoo
AIM Electronics sitzt im japanischen Sagamihara und entwickelt seit 1983 Kabel und Verbindungstechnik. Der Ursprung liegt in professionellen Kommunikations- und Datennetzwerken – lange bevor Netzwerkstreaming überhaupt ein Thema in der HiFi-Welt wurde.
Diese Herkunft merkt man den Produkten an. AIM beschäftigt sich intensiv mit Übertragungsverhalten, elektromagnetischen Störungen, Schirmung, Leitergeometrie und Steckverbindern. Nach Angaben des Herstellers werden die Produkte zudem einzeln kontrolliert.
Das Ergebnis sind Kabel, bei denen sich zumindest erklären lässt, was der konstruktive Aufwand eigentlich bewirken soll. Das ist uns wesentlich sympathischer als Versprechen über geheimnisvolle Energieflüsse oder Materialien, denen ohne technische Grundlage wundersame Eigenschaften zugesprochen werden.
Welches AIM Kabel ist das richtige?
Das teuerste Kabel muss nicht automatisch das sinnvollste sein. Bei einer Netzwerkverbindung zwischen Router und einem preiswerten All-in-One-Streamer gelten andere Maßstäbe als zwischen einem hochwertigen Audio-Switch und einem High-End Netzwerkplayer. Dasselbe gilt für USB-Verbindungen oder eine 15 Meter lange HDMI-Strecke zu einem Projektor.
Entscheidend ist deshalb immer die gesamte Anlage.
Bei Netzwerk-Audio sollte beispielsweise geklärt werden, wo Router, Switch, Musikserver und Streamer stehen, ob bereits eine Glasfaserstrecke vorhanden ist und an welcher Stelle eine hochwertige Kupferverbindung tatsächlich sinnvoll eingesetzt werden kann.
Bei USB spielen Quelle und DAC ebenso eine Rolle wie die Stromversorgung der beteiligten Geräte. Bei HDMI bestimmen Auflösung, Bildwiederholrate und vor allem die benötigte Kabellänge, welche Konstruktion technisch sinnvoll ist.
AIM Kabel bei ART&VOICE
AIM gehört für uns zu den besonders interessanten Herstellern hochwertiger Digitalkabel. Nicht deshalb, weil wir glauben, dass jedes teure Kabel automatisch besser klingt, sondern weil AIM viele der technischen Probleme moderner digitaler Audio- und Videoverbindungen sehr ernst nimmt.
Besonders bei hochwertigen Streaming-Anlagen können Netzwerk, Switch, Stromversorgung, Ethernet-Kabel und gegebenenfalls eine optische Trennung als zusammenhängendes System betrachtet werden. An der richtigen Stelle eingesetzt, kann ein hochwertiges Kabel sinnvoll sein. An der falschen Stelle ist das Geld möglicherweise anderswo besser investiert.
Wenn Sie uns Ihre Anlage nennen, stellen wir Ihnen gern eine sinnvolle AIM-Verbindung zusammen – vom Ethernet-Kabel zwischen Switch und Streamer über USB zwischen Server und DAC bis zur langen optischen HDMI-Verbindung im Heimkino.
Und keine Sorge: Wir empfehlen Ihnen nicht automatisch das teuerste Kabel. Kabel haben bei uns die Aufgabe, Geräte möglichst gut miteinander zu verbinden. Nicht das Budget möglichst schlecht vom Bankkonto zu trennen.