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MCS-Kabel - Spielen ist Silber? Vers.II

MCS-Kabel - Spielen ist Silber? Vers.II

HighEnd-Guru
01.11.2025

Hier ein sehr schön geschriebener Test- bzw. Erlebnisbericht eines netten Kunden über das erste Zusammentreffen mit dem GERMAN HIGHEND MCS Silberkabel.

Viel Spaß beim Lesen!

Spielen ist Silber…

Zuhören ist Gold. So sitze ich in meinen vier Wänden und lausche. Über German HighEnd MCS Reinsilber Lautsprecherkabel wird Musik transportiert, gespielt, wie ich es nie für möglich gehalten habe. Ich bin emotional gefangen und zu ungeduldig, Stücke ganz zu Ende zu hören. Von einem Highlight zum nächsten zappend denke ich immer wieder: Gold- und Silbermedaille für German Highend, Applaus und Dankeschön. Doch immer schön der Reihe nach.

72 Stunden zuvor: Ein Paket mit Edelmetall wird zugestellt.

68 Stunden zuvor: Vorsichtig entnehme ich die „autophilen Sicherheitsgurte“ – nichts für Ungut, Jörg – aus ihrer Tasche und schnalle meine A-200 Endstufe und die alten TCI 1 RE, beides von T+A, mit dem Silberzeugs an. Mini-Rechner an und in JRiver meine längste Playlist zum Abspielen gebracht, heißt es jetzt: Abwarten, Tee trinken und Brücken bauen lassen. Wie lange sollten die Kabel noch eingespielt werden? Und warum in Herr Gotts Namen brauchen diese Kristalle so lange?

16 Stunden zuvor: Ich erhasche im Vorbeigehen einen Eindruck von dem gerade laufenden Stück „Notes Falling Slow“ des Albums „One Soul Now“ (Zoe Records) von den Cowboy Junkies und muss mich wirklich zwingen, wieder an meinen Schreibtisch zurückzugehen. Sanft aber doch bestimmend will die Sängerin, Margo Timmins, mich in meinem Hörraum einfangen, lockte, als wäre sie leibhaftig anwesend. Ich widerstehe der Sirene.

10 Stunden zuvor: Widerstand zwecklos. Nach getaner Arbeit geht es sofort auf das Sofa, heute nicht zum verdienten Nachmittagsschlaf, sondern aufrecht in optimaler Stereo-Hörposition, ausgerichtet auf die beiden Lautsprecher. Doch wo sind sie? Es läuft gerade Al Jarreau, völlig losgelöst – nicht das Lied, das wäre ja von Peter Schilling sondern „Cold Dug“ vom Album „Accentuate the Positve“ (Universal Music) – wie sinnig. Wenn ich doch eingenickt bin und gerade träume, gäbe es eine plausible Erklärung dafür, dass die Musik plastisch aus dem Raum vor mir und kein bisschen aus der Hardware kommt…
Das Album selbst gehört zwar zu den besseren Produktionen, doch als absolut highendig würde ich die Aufnahme nicht bezeichnen. Und dennoch offenbart sich mir ein musikalischer Fluss, wie ich ihn zuvor noch nie erlebt habe - und ich habe die „Scheibe“ bereits auf etlichen Anlagen rauf und runter gehört. Insbesondere der Gesang von Al haut mich echt um. Seine markante Reibeisen-Stimme klingt erwachsen, aber härte- und nuschel-frei sowie energetisch sehr nachdrücklich. Bass und Rhythmus des Stückes sind absolut mitreißend. Die silbrige Diät tut den Treibern samt Transmissonline meiner TCIs ausgesprochen gut. Dazwischen vernehme ich besonders positiv akzentuiert die Becken-Tss-Tss-Tssds des Schlagzeugs: klar, deutlich und kein bisschen scharf kommen sie aus den elektrostatischen Hochtönern.

Nun will ich es wissen: Ich springe zu The Damned, „Machinegun Etiquette“ (Ace) vom gleichnamigen Album und mache so richtig Hochton-Krach. In dem schnellen, nicht unbedingt audiophilem Punk-Stück scheint es, als ob Drummer Rat Scabies seine Becken einfach nur in einem Affenzahn verprügeln oder sogar gänzlich kaputt machen will. Der Raum ist erfüllt mit Hochton-Energie. Die Übertragung bleibt - in Anbetracht des Musikgenres bzw. der Aufnahme relativ (!) - unkomprimiert, vor allem aber sind die schnellen Anschläge ortbar. Nicht schlecht.

Als nächstes darf Kari Bremnes mich beschallen. Mit den Stücken „Aske“, „Sjalusi“ und „Melankoli“ vom Album „Løsrivelse“ (dt.: Loslösung!) aus der Kirkelig Kulturverksted erlebe ich Sangeskunst vom Feinsten, sehr ausdrucksstark, natürlich losgelöst und sauber in all ihren variablen Tonlagen: Höhenflug. Unweigerlich mache ich lauter und freue mich, dass sie mich auch bei sehr hohem Pegel nicht anschreit, sondern mit ihrer Band sauber weiter musiziert. Auch wenn ich ihrer Sprache nicht mächtig bin, geht ihre Stimme, ihre Betonung und jedes gesungene Wort doch tief unter die Haut.

Ich lasse die 16bit/44,1kHz Gefilden vorerst hinter mir und spiele etliche Rock-, Pop- und Jazzstücke aus der DSD-Welt ab und an. Mich begeistert die „neue“, saubere und ungemein eindringliche Art der Darbietung dermaßen, dass ich mich ertappe, wie ich einfach mitsinge oder mitgehe. Gertrude Steins „Rose“ kommt mir in den Sinn, und ich übertrage sie frei auf Yamamoto (Yamamoto Tsuyoshi Trio, „Midnight Sugar“, Three Blind Mice): Sein Klavier ist ein Klavier, ist ein Klavier, ist ein Klavierspiel! Endlich. Hier werden im großen Stil Authentizität transportiert und musikalische Gefühle geweckt. Kein Fuß wippt mehr mit, sondern der ganze Körper pulsiert, vibriert und wird mit Gänsehaut „belohnt“.

Okay, beruhigen wir uns wieder: Für DSD-Klassik (z.B. Dvořáks Neunte „Aus der neuen Welt“, Iván Fischer, Channel Classics oder die Dritte von seinem Mentor Brahms, ebenfalls Iván Fischer und Channel Classics) gilt in meinem Fall, dass große Orchester sich erst einmal einen Schritt zurück in die Tiefe des Raumes platzieren. Was bei den ersten Hördurchgängen ungewohnt erscheint, entpuppt sich schnell als eine glaubwürdige Abbildung einer großen Bühne voller Musikanten. Mit der feinsinnigen Detailmalerei, die den Instrumenten ihre natürlichen Obertöne zugesteht, erlebe ich (er-) leuchtende Konzerte. Sagen wir: wie live in der elften Sitzreihe.

Wenn es mich düngt, vordere Sitzplätze einzunehmen, werden Stücke von kleineren Orchestern abgespielt. „Totally Telemann“ (Barokkanerne, Lawo) oder „Joseph Haydns Tageszeiten“ (Florilegium, Channel Classics) sind gute Beispiele. Man ist bei diesen Aufnahmen nah am Geschehen, und es macht Laune, den Interpreten auf die Löcher ihrer Instrumente bzw. auf ihre Saiten zu hören und auch zu „schauen“. Die „Tiefenschärfe“ der Silberkabel ist kein inhärentes Merkmal der Kabel, sondern die konsequente Übertragung feinster Signale. Mal intim und ganz nah dran, mal mit respektvollem Abstand zum Musikgeschehen, ganz so wie es der jeweilige Toningenieur gewollt bzw. eingefangen hat.

Ob ich bei groß angelegter Klassik meine zweite Sitzplatzreihe gerne wieder haben will? Nein, auf keinen Fall, wenn ich dadurch auf die anderen Qualitäten der MCS verzichten müsste. Notfalls gibt es den Lautstärke-Regler, über den man sich durch Drehung im Uhrzeigersinn etwas weiter nach vorne, in den diffuseren Vordergrund befördern kann. Apropos Lautstärke: diese habe ich bei gemischten Hörsessions vergleichsweise oft geregelt: Wenn einige Kabel so etwas wie eine „eingebaute Loudness-Taste“ haben, wird diese mit den MCS zugunsten ehrlicher Dynamik abgeschafft. Insgesamt scheint mir, dass die neuen Kabel vom Verstärkerausgang höherer Ströme verlangen – zumindest für meine tendenziell lauteren Hörgewohnheiten.

Nun gibt es in der Welt der Klassik auch komplexe Werke mit Solisten, Chor und großem Orchester. Alle meine Lieblingswerke profitieren von der Neutralität, dem Oberton-Reichtum, der hochauflösenden Transparenz sowie der Raumabbildung, die die Silberkabel bieten. Die Verlagerung der Bühne in die Tiefe tut Oper, Operette und klassischer Vokalmusik gut. Insbesondere gewinnen die Gesangstimmen an Deutlichkeit und Natürlichkeit. Aber es gibt auch Grenzen: leichte Verzerrungen, „chräch-ziger“ Art, kommen weiterhin bei einigen wenigen Passagen kaum merklich aber immerhin vor, nämlich: wenn Chor und Streicher sich gemeinsam ins Zeug legen und einige der Unmengen von Transienten scheinbar nicht richtig aufgelöst werden. Ich spreche von „weiterhin“, da mir diese Unsauberkeit von beispielsweise Arnesens „Magnificat“ (2L), Mozarts Requiem (Jos Van Veldhoven, Channel Classic) oder etwas stärker bei Brahms „Ein Deutsches Requiem“ (Valery Gergiev, LSO) bereits bekannt war - wobei unklar bleibt, ob dies der Performance der Interpreten (singen und spielen sie dann doch nicht auf den Punkt zusammen?), der Aufnahme samt Stand der Technik, der heimischen Übertragungskette, der Raumakustik oder meinen mehr als 50 Jahren alten Ohren geschuldet ist. Seltsam dabei ist, dass andere Passagen in den zuerst genannten Werken wie Lobgesang direkt aus dem Himmel kommend klingen.Insgesamt bleiben die leichten Krächzer akzeptable und schmälern mir den Genuss nur, wenn ich bewusst drauf achte oder mich gar in dieses Phänomen hineinsteigere.

Viel drastischer hingegen verhält es sich mit Aufnahmen, bei denen kein Toningenieur am Werk war oder ein sogenannter mies gearbeitet hat. Sehr schlecht eingefangene oder „vermasterte“ Klang- und Rauminformationen machen Aufnahmen gerade gut genug für die Mülltonne. Wir trennen (uns). Während andere Kabel und Komponenten solche „Musik“ noch gerade so hörbar gestalten, decken die MCS die Unzulänglichkeiten gnadenlos auf. Ich sage Tschüss zu Isaac Hayes und seinem „Walk On By“sowie zu einigen anderen Stücken.

And now for something completely different: „The Expert“ von Yello („Touch Yello“, Universal Music) läuft gerade - selbstredend auf erhöhter Lautstärke. Meine Verlobte kommt tänzelnd herein und ruft, „lauter, lauter“: Wir haben jede Menge Spaß… Die Silberstrippen sind für Gute-Laune-Musik bestens geeignet. Dabei dürfen die Stücke gerne etwas weniger feinsinnig ausfallen – sei es Monty Phyton‘s „Always Look On the Bright Side Life“, Yello, Deep Purple, Nightwish und andere mit vernünftiger Aufnahmequalität. Mit den German HighEnd-Kabeln funktioniert auch diese Musik hervorragend.

Etwas länger zuvor - größte Sorgenkinder im Rückblick: In Testberichten lesen wir zu German Highend LGS, dass die Lautsprecher-Kabel in den unteren Lagen etwas unter „Normalnull“ agieren. Gott sei Dank nicht so mit den MCS - mitunter wird sogar Tieftonenergie über „Normalnull“ geliefert wie bei der (für Aufnahmetechnik) Grammy nominierten Neunten von Beethoven (Manfred Honeck, Reference Recordings).
Allgemein kommen Bässe klar, mit viel Textur und machen, wenn es darauf ankommt, kontrolliert auch ordentlich Dampf. Ich vermute, wenn jemand Basspower vermisst, hatte er oder sie zuvor gewohnheitsbedingte Anlagen-Probleme ganz anderer Art. Ich jedenfalls habe jetzt qualitativ und quantitativ mehr Bass als je zuvor und damit mindestens eine Sorge weniger.

Ja, mit den neutralen MCS fallen viele Sorgen oder Probleme mit einem Schlage weg: meine Vergangenheit im Audiobereich war durch Halbherzigkeit geprägt: Viele Stücke klangen emotional in Abhängigkeit der gerade eingesetzten Hardware ungemein sexy. Viele andere wiederum so gruselig, dass ich es vermieden habe, sie abzuspielen bzw. nur im Auto hören und länger ertragen konnte. Mit den Silberleitern von German Highend als wahrscheinlich eines der (vorerst ;-) letzten Upgrades gelang die Optimierung des Klanggeschehens, inklusiv der Übertragung von Emotionen, unabhängig von abgespielten Titeln, mal abgesehen - wobei dies in gewisser Hinsicht auch eine Optimierung darstellt - von den wenigen Aufnahmen, die für Oskars Tonne aussortiert wurden.

Aussortiert sind auch meine alten Lautsprecher-Kabel Monitor LS Premium sowie das zu vergleichszwecken geliehene und gar nicht mal so üble Robin Hood Zero von Audioquest.

By the way: Bleiben dürfen zusammen mit den neuen Silberlingen das Audioquest Diamond USB mit Jitterbugs zwischen JRiver-Rechner und T+A DAC 200, Kimber Select KS 1130 XLR zwischen DAC und T+A A200 Endstufe, die beiden angeschnallten T+A TCI 1 RE Lautsprecher und meine Stromversorgung über PS-Audio P500, Audioquest Niagara 1200 sowie einige „stürmische“ Audioquest Netzkabel (Tornado und Thunder), ein Nordost Brahma und natürlich die Basis, zwei Lovan Racks, aufgestellt in einem ca. 57m² großen mit Polstermöbel, Decken- und Akustikabsorber bedämpften Raum.

Gegenwart: Mit immer neuen Wow-Effekten geht der Ritt weiter durch meine audiophile Sammlung.

Aber auch die nicht ganz so perfekten Tracks gebe ich mir zu genüge und muss bei aller Hörfreude gestehen, dass andere Kabel teilweise (!) und geschmacksbedingt besser harmonieren. Vor allem bei älteren Einspielungen mit E-Gitarren ist dies auffällig - glücklicherweise weniger bei Stimmen. Höhere Lautstärken (s.o. Anti-Loudness-Effekt) mildern ein etwas ausgedünntes Klang-Geschehen zwar ab, aber reinste Höhenflüge sollte man nicht pauschal für alle Aufnahmen erwarten. Unbedingt hilfreich ist hingegen ein längeres Zuhören mehrerer Tracks derselben Art, bis der psychoakustische Gewöhnungseffekt eintritt. Weniger zu zappen, ist manchmal mehr…

Große Freuden bereiten nach dem Prinzip „Input = Output“ qualitativ hochwertige Aufnahmen. Das ist an für sich keine Neuigkeit, aber durch die Silbergurte werden gute Aufnahmen deutlich aufgewertet und hervorragend klingende in die Superlative gesteigert. Decken sich nun Hörgewohnheiten bzw. der -geschmack mit verfügbarer Musik von guten bis sehr guten Produktionen, sind wir mit den Silber-Kabeln absolut im grünsten aller grünen Bereiche und kommen zu dem Schluss: Wie schön kann doch Musik sein, wenn man sie nur lässt, wie sie ist.

Liebes German HighEnd Team, ich bin angekommen. Mit den glänzenden MCS-Strippen habt Ihr zu einem fairen Preis etwas absolut Vortreffliches geschaffen: Livehaftiger Wahnsinn!


Epilog: Nicht alles, was glänzt, ist Gold. Wenn es denn einen Kritikpunkt gibt, so liegt dieser m.E. nur im Zuhörer selbst begründet. Entweder ist Mensch in seinen auf Erwartung basierenden Gewohnheiten gefangen und damit nicht offen für die aufgenommene und reproduzierte Wirklichkeit, oder aber er scheut sich vor den Konsequenzen eines richtig aufspielenden Kabels, das auch mal eine persönliche Neuausrichtung sowie ein Aussortieren von Ballast zur Folge haben kann. Oskar lässt grüßen.


Dirk Broeske im Sommer 2025, redaktionell ohne Anspruch auf allgemeine Gültigkeit
Bildnachweis „Oskar“: https://muppetdeutsch.fandom.com/de/wiki/Oskar_der_Grautsch

GERMAN HIGHEND MCS Kabel Erfahrungen / Testbericht

Einige Monate später, das MCS XLR-Kabel

Silber ist nicht Silber!

Inhalt: Eigentlich | Vorspiel | 1. Akt | 2. Akt | Finale | Nachspiel


Nach den positiven und immer noch nachklingenden Erfahrungen mit dem MCS-Lautsprecherkabel (Testbericht hier) ist es nur konsequent, auch mal ein Ohr auf das Silber XLR-Kabel der MCS-Serie von German Highend zu werfen. Rein aus Neugier, versteht sich, da ich bereits vor einiger Zeit meine T+A Komponenten, DAC und Endstufe, mit einem vernünftigen symmetrischen Silberkabel verkuppelt hatte und eigentlich hochzufrieden und selig bin.

Eigentlich.

Verfolgen wir kurz meinen Upgrade-Pfad bei den NF-Kabeln: von dem üblichen Beipackkabel, über das RCA Aerolink von Fadel-Art vollzog sich der Umstieg zur alten Kimber Select Serie. Zunächst kam das kupferne (Select KS 1010 RCA) und schließlich spielten die Kollegen aus Silber, erst das Cinch-Kabel (Select KS 1030 RCA) und dann schließlich die XLR-Ausführung (Kimber Kable Select AG KS 1130 XLR). Letzteres war bis dato im Einsatz und überflügelte seine Vorgänger um einiges. Selbst geflügelte, mythische Pferde (Audioquest Pegasus in XLR) konnten in einem erst kürzlich durchgeführten Flugwettbewerb das Kimber nicht von meinem persönlichen Siegertreppchen stoßen. Eigentlich war ich also bei einem sehr musikalischen Kabel angekommen.

Tja, und nun lagen sie vor mir, die MCS-Minigurte, Paletten-Spannband ;-) zum Verwechseln ähnlich, wären da nicht die vier edlen XLR-Anschlüsse vonViborg (XF/M203AG) verlötet. Mit gedämpften Erwartungen krabbelte ich mühselig auf dem staubigen Boden hinter der Anlage rum und fummelte fluchend die Verbindungskabel raus und rein. Geschafft.
Ich schaltete die Anlage ein und genehmigte mir (nach-diesem-für-einen-alten-Mann-recht-hohen-Aufwand ;-) erst einmal eine Pause, als ich plötzlich bemerkte, wie Druckwellen meine Magengrube zum Pulsieren brachten. Das war neu – zumindest bei diesem Stück („Cold Duck“ von AlJarreau aus dem Album „Accentuate the Positive“ in 44,1kHz/16 bit). Ich verfolgte das Signal von meinem Bauch zurück ins Musikgeschehen und konnte es mit dem rhythmischen Zupfen des Bassisten und den synchronen Anschlägen des Schlagzeugers verorten. Eine schöne Begrüßung und insbesondere ein äußerst nachhaltiger erster Auftritt des neuen XLR-MCS-Kabels. „Hallo, Silberstrippe!“

Dann wurde mir klar, was das eigentlich bedeutet: Mit immer höheren Investitionen habe ich Pareto gehuldigt, um auch noch die letzten 20% aus den NF-Verbindungsstücken herauszuholen und landetet schließlich beim Silber-Kabel von Kimber, was seinerzeit auf Audios Bestenliste den ersten Platz innehatte. Nun musste ich feststellen, dass das gute Stück resultierende Frequenz-Lücken in nicht unwesentlichen Bereichen des hörbaren Spektrums aufweist und mich gefühlt auf irgendetwas um die 50% zurück katapultiert. Wohlgemerkt: wir füttern die Anlage gerade mit Jazz in CD-Auflösung und reden nicht von superfeinen oder sphärischen Obertönen aus der modernen, hochauflösenden DSD- oder PCM-Domaine. Hat da ein Herr Kimber etwa seine Hausaufgaben nicht gemacht? Oder war es eigentlich die Audio…


Vorspiel.

Fassungslos – selig sind die Nicht-Wissenden - aber neugierig zugleich startete ich einen schnellen Hörtest, obwohl das Kabel seine vom Hersteller empfohlene „lange“ Einspielzeit erst noch vor sich hat, und Mark Knopfler dementsprechend und stellenweise etwas „heiser“ aufgelegt war (bei „Back to Tupelo“ vom Album „Shangri-La“ in DSD). Er, der Mark, musste abwarten und zusammen mit dem Kabel „kristallinen Aufbau-Tee“ zu sich nehmen.
Ungeachtet dessen wechselte ich zu klassischer Musik und sofort wurde mein erster Eindruck bei Al bestätigt: Das Silber des MCS-Kabels gibt dem Geschehen auf der Bühne viel mehr Fundament als das Silber, das Kimber verbaut hat. Da ist – auch ohne Bauchgefühl – plötzlich mehr Rhythmus, mehr Verve in den Stücken. Ein dunkleres Timbre stellt sich ein, als ob die Streichinstrumente größere Korpusse aus feinstem Holz erhalten haben. Das Feuer im „Allegro con Brio“ aus Beethovens Symphony Nr. 3 (von Iván Fischer und seinem Budapest Festival Orchestra, Channel Classics in 4xDSD) loderte auf und hätte mich bei so viel neuem Schwung fast das Tanzbein mitschwingen lassen. Beeindruckend.

Gleichzeitig haben wir widerlegt, dass man mit Silberkabeln im Allgemeinen und speziell mit denen von German Highend grundsätzlich keine zu „spitz“ klingende Anlage beruhigen bzw. kein Gewinn in „südlichen Frequenzgefilden“ erzielen kann. Vielleicht lag es bei Fairaudio an den LGS, vielleicht an der Abhörkette an sich, vielleicht am Signal, vielleicht auch an meinem Kimber. Fakt ist, dass das MCS im Doppelpack bei mir, in meiner Kette zwischen Vor-, Endstufe und Lautsprechern, eine etwas hellere Klangcharakteristik sofort normalisierte. Bleibt nur zu hoffen, dass diese vielversprechende Eigenschaft auch nach dem Einspielen Bestand haben wird.
(Spoiler: hatte sie, und Marks Stimme normalisierte sich ebenfalls.)

Mehrere Tage und Teeaufgüsse vergingen, in denen das Silberkabel eifrig Signalwege optimieren durfte. Manchmal etwas ungestüm, manchmal etwas zu dünn, aber im Großen und Ganzen musizierte es schon sehr ordentlich und mit hohem Genussfaktor.

1. Akt: Es macht nichts - oder was das MCS besser als das Kimber kann.

Ob nun der viele Tee meine inneren Werte, namentlich meine Solarplexus-Resonanzfrequenz, verändert oder das XLR-MCS Mittel und Wege zur Beruhigung von hitziger Bassenergie gefunden hat, sei mal dahingestellt. Die Schallwellen sind noch spürbar, aber treffen mich kultivierter, so dass mein Bauch nur noch bedingt als Akustikabsorber nützlich ist. Vielleicht muss er das auch gar nicht: Das Süd-Fundament der tieferen Frequenzen gehörte, wie mir jetzt klar geworden ist, schon immer zur Musik, und an der Dosierung ist überhaupt nichts auszusetzen. Im Gegenteil.

Stimmen klingen noch realistischer und erwachsener. Man könnte fast sagen Jacintha, Carmen, Holly, Livingstone, Mark und wie sie alle heißen, sind um einige Jahre reifer (nicht älter ;-) geworden, was ihre Darbietung angenehmer und glaubwürdiger (nicht tattriger) macht.

Hinzugekommen sind feine Details, die ich zuvor entweder überhört habe und oder oderüberhören musste, weil sie nicht bis zu den Lautsprechern, geschweige denn meinen Ohren vorgedrungen sind. Beispiele hierfür wären u.a. Stücke mit Mundharmonika. So sind die Töne der „Mundhobel“ in “The Wizard“ (von Black Sabbath aus dem gleichnamigen Album in DSD) opulenter geworden, haben mehr Vibrato und auch nur leicht angeblasene Töne der Nachbarkanzellen erscheinen vernehmbar im Klanggeschehen. Noch deutlicher kommt die Detailverliebtheit der MCS bei den fein artikulierten Nuancen der oben erwähnten Gesangsleuten zum Tragen, wenn sie gegen Ende des Ausatmens einem Wort gerade noch so eine delikate Betonung mit auf dem Weg hauchen. Das Ganze geschieht mit einer solchen mühelosen Selbstverständlichkeit, dass man nicht einmal im Entferntesten den Eindruck eines analytischen Klangbilds oder Kabels bekommt.

Ich vermeide es, an dieser Stelle die Farbe Schwarz ins Spiel zu bringen, aber Stimmen und Instrumente kommen auf der virtuellen, jetzt etwas größer dimensionierten Bühne mit dem MCS fokussierter und plastischer sowie auch etwas stabiler - und nach geduldigem Abwarten und einer Extraportion Tee - mit sehr viel mehr Raumambiente (z.B. bei „Midnight Sun“ von Jacintha aus dem Album „Autumn Leaves“ in 2xDSD) als mit dem Kimber rüber. Das Horn von Jasper de Waal (in dem Album „Haydn Works for Horn“, Channel Classics in DSD) beschallt nun sphärisch meinen Hörraum, während die fein mitspielenden Instrumente des Concertgebouw Chamber Orchesters klar ortbar auf ihren jeweiligen vorgesehenen Bühnenplatz verbleiben. Hinter der nun aufgeräumte(re)n Bühne gibt es dann nur noch Nicht-Sein. Nichts macht hier nichts, und das wiederum macht rein gar nichts.

Auf der Bühne sind es neben mehr Räumlichkeit, Details, realistischere Klangfarben, geschlossene Frequenzlücken (!) und dadurch mehr Drive bzw. Rhythmus auch Pegel, die ich mit dem German Highend XLR Kabel gewonnen habe. Genaugenommen ertragbare Pegel bei insbesondere komplexer Musik: Ich kann nun ohne Aua, ohne Anstrengung ein Orchester lauter musizieren lassen, wovon jedes Crescendo bzw. jedes dramatische Satzende enorm profitiert. Deutlich und sehr schön erfahrbar ist dies bei „Whirly Bird“ vom Count Basie Orchestra (aus dem Album „The Legend, the Legacy“, Denon, in 44,1kHz/16 bit)oder aber im „Allegro con Brio“ der 7. Symphonie von Beethoven (Iván Fischer und das Budapest Festival Orchestra, Channel Classics, in DSD). Andersherum funktioniert es jetzt auch besser: Leise gehörte Tracks klingen vollständiger und präsenter. Impulse sind weniger weichgezeichnet und der Eindruck eines schnell aufspielenden Kabels entsteht. Karacho, das spiegelt eine Übertragung von hoher Reinheit und eine sauber abgestimmte Neutralität des Kabels wider.

2. Akt: Sauberes Silber - oder wir hören nur, was da ist.

Die Überschrift beziehe ich auf die Audio-Quelle, sie impliziert auch: was im Musikgeschehen fehlt und bekannt war, können wir höchstens erinnern bzw. das Gegenteil: was da und unbekannt ist, versetzt uns in Erstaunen.

Das jüngste Mitglied meiner Musiksammlung schaffte es, mich vor allen anderen enorm zu erstaunen, wenn nicht gar in Verzückung zu versetzen. Gemeint ist die seit Oktober 2025 verfügbare Aufnahme des populären Klavierkonzerts in A-Moll von Edward Grieg, herausgegeben von Channel Classics. Sie kann z.B. über nativedsd.com bezogen werden. In dem Booklet zum Werk lesen wir, dass die hauseigenen Techniker ihr Equipment wie so oft mit Van den Hul, nur dieses Mal exklusiv mit der 3T-Version verkabelten und das Musikgeschehen dann digital in hochauflösenden DSD256 einfingen. Erworben in upgesampelten 8xDSD und abgespielt über die German Highend MCS-Kabel, erlebte ich eine livehaftige Aufführung, die sich für mich auf dem höchsten mir bekannten Niveau vollzog. Punkt.
Sowohl vor als auch nach der Digitalisierung transportierten hier offenbar Weltklasse-Kabel das ebenso Weltklasse-Klavierkonzert von Edward und ließen keine Zweifel bestehen, wie wichtig die analogen Verbinder in originalgetreuen, sauberen Musik-(Re-)Produktionen sind.

Zum Stichwort „sauber“ erwähnte ich in meinem Test- und Erfahrungsbericht „Spielen ist Silber“, vgl. Lautsprecherkabel aus Silber von German Highend, auch leichte, in der Abspielkette wahrnehmbare Verzerrungen der „chräch-zigen Art“. Bei einer Aufnahme (Arnesens Magnificat, 2L, aus der Nidaros-Kathedrale, Trondheim, Originalformat DXD) konnte ich diesen Effekt zwischenzeitlich abmildern, in dem ich das Werk in vierfacher DSD-Auflösung erwarb. So vermochte dann wohl der oder irgendein Wandler genauer mit seinen internen Filtern zu jonglieren und bei der Ausgabe sich dem ursprünglichen, etwas halligem Signal geschmeidiger anzunähern. Der Austausch der XLR-Kabel bewirkte erstaunlicherweise ähnliches. Wieder drangen weniger Verzerrungen an mein Ohr. Chor und Streicher spielten bei den entscheidenden Stellen (in Track 2: „Ecce Enim“, dt. „Sieh doch“) gefühlt harmonischer zusammen bzw. technisch mit besser in Phase liegenden Transienten, was bei dieser Aufnahme auch das Raumambiente miteinschließt.

Als vergleichender Quer- bzw. verquerter Gleichdenker kommt es mir nun so vor, als ob Kabel auch eine Art von Filter, nur auf der analogen Ebene, darstellen können. Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, aber diesem Erklärungsmodell folgend, wäre es nachvollziehbar, dass sich um die fehlenden, herausgefilterten Frequenzen ein Aus- bzw. Einschwingverhalten einstellt. D.h. es sind nicht nur spektrale Teile nicht vorhanden, sondern es bleiben auch schwingende Artefakte im transportierten Signal übrig, die „Ohren“ als unangenehm empfinden können.

In einem aktuellen und vergleichbaren Beispiel „reparierte“ der neue MCS-Transporter eines meiner Lieblingstücke von den Cowboy Junkies: In dem Refrain von „Notes Falling Slow“ aus dem Album „One Soul Now“ wurde der Stimme von Margo Timmins Nachhall aufaddiert, so dass man meinen könnte, sie gurgelt kurz mit Rasierklingen. Ich habe diese winzigen Passagen bisher immer mit einer unzulänglichen und verzeihlichen Studiobearbeitung abgetan, da ansonsten das Stück bzw. das Album klanglich den Ohren zu schmeicheln weiß. Freudig erstaunt und völlig unerwartet stellte ich fest, dass das Silberkabel von German Highend diese grisselige Stelle fast komplett ausheilt, was (im Nachhinein: augen- bzw. ohrenöffnend) dem Kimber Select in Silber nicht gelang.

Ich unterstelle nun unter Ausschluss von externen Störquellen aber unter Einbeziehung aller Kabelkomponenten, dass das silbrige „Filter“-Kabel von Kimber dominantere Schwingungshindernisse innehat und reflektierenden bzw. modulierten und vagabundierenden Wellen so mehr Möglichkeiten bietet, zu entstehen und mit Teilen des Nutzsignals zu interferieren. Je nach Phasenverschiebung führt das dann zur Auslöschung, gepaart mit den besagten Ein- oder Ausschwing-Artefakten „Grissel und Chrächz“. Konkret unterschlägt das Kimber diesbezüglich Grundtonfrequenzen und mag keine Hallanteile, es wird bei deren Wiedergabe schnell unsauber.

Auch wenn Silber, wie mir scheint, im Allgemeinen bzw. tendenziell eher zu einer Phasenverschiebung neigt, die Auslöschung* zur Folge hat, muss grundsätzlich statuiert werden, dass Silber nicht gleich Silber ist. Oder in anderen Worten: Im Vergleich zum Kimber Select AG Kabel ist das German Highend Silber XLR-Kabel der MCS-Serie für das audiophile Erlebnis vorteilhafter gefertigt. Es besticht durch

  • eine äußerst geringe Beeinflussung des Signals und damit

  • einer vollständigeren Übertragung – auch, aber nicht nur von feinsten Details, die

  • sauber, verzerrungsfrei, mit kaum wahrnehmbaren Artefakten auch

  • komplexe Musik neutral bzw. hochwertiger reproduziert und so eine

  • deutlich höhere Lautstärke für den Zuhörer genießbar macht.

Finale: Persönliches Fazit zum German Highend Silber XLR-Kabel in MCS.

Weil die obige Aufzählung und insbesondere das Wörtchen „neutral“ doch sehr nüchtern wirken, möchte ich betonen, dass der daraus resultierende Klang ungemein anmachend ist. Ich würde sieben von fünf Sternen vergeben.
Auch mindern die erwähnten „Grissel und Chrächz“-Artefakte den Musikgenuss mir in keiner Weise. Es sind nur reproduzierbare Kleinigkeiten, die Zusammenhänge verdeutlichen - jede auch nur leicht verstaubte Schallplatte spielt beim Abtasten mit deutlich höheren Störgeräuschen. Unterm Strich bleibt, dass mir im Vergleich zum Kimber das MCS neben mehr Räumlichkeit, Dynamik, Auflösung, Detailtreue, Drive, sowie tonal verpackte Emotionen vor allem eins beschert: Größere Freude beim „passiven Musizieren“.

Ansonsten brachte mir der Test kostenseitig die Erkenntnis, dass Pareto nur Recht behält, wenn man die persönlichen Aufwände für Forschung und (Fehl-) Entwicklung mit einbezieht. Viel weiser erscheint es mir heute, gleich das richtige Silber zu kaufen.

Lieber Jörg, ich kaufe das MCS und verspreche, dass dieses Jahr - German Highend zu Ehren -unser Tannenbaum in Silber** geschmückt wird. Vielen Dank für die Bescherung.

Dirk Broeske im Nov. 2025 ohne Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, Abhörequipment ist hier erwähnt.
P.S.: Ich habe gerade ein Kimber Select AG KS-1130 XLR in 0,5m günstig abzugeben ;-)

*im Gegensatz zu Kupferkabeln gängiger Fertigungsart, bei denen eine Art „Loudness-Effekt“, also die Verstärkung von Frequenzbereichen wahrnehmbar ist.

**Wir werden allerdings keine Audio-Kabel in den Baum hängen, dafür kommen dann die Stones erneut und neben ihrem Song „Little T+A“ mit dem Stück „You Got the Silver“ auf die Weihnachtsplayliste :-)

Nachspiel – eine Zusammenfassung der KI ChatGPT

Der Text beschreibt die Erfahrungen des Autors mit dem German Highend Silber XLR-Kabel der MCS-Serie im Vergleich zu seinem bisherigen Kabelset, einschließlich Kimber Kable Select AG KS 1130 XLR. Nach positiven Erfahrungen mit einem anderen MCS-Lautsprecherkabel entscheidet sich der Autor, das Silber XLR-Kabel zu testen, trotz bisheriger Zufriedenheit mit seiner Anlage. Durch den Austausch bemerkt er eine deutliche Verbesserung in der Klangqualität, darunter mehr Druck, Rhythmus und ein lebendigeres Musikgeschehen bei verschiedenen Musikgenres und -formaten. Das MCS-Kabel überträgt feinste Details, verbessert die Raumwirkung und sorgt für eine realistischere und emotionalere Musikwiedergabe, ohne störende Artefakte. Der Autor betont die Unterschiede in der Klangreinheit und -präzision zwischen den Kabeln und schließt, dass hochwertige Silberkabel, wie die der MCS-Serie, einen maßgeblichen Einfluss auf die Audioqualität haben. Das persönliche Fazit fällt äußerst positiv aus, mit einer hohen Empfehlung für das MCS Silber XLR-Kabel, welches die musikalische Darbietung signifikant verbessert und dem Hörer mehr Freude bereitet. Der Autor zieht aus seinen Erfahrungen die Lehre, dass Investitionen in hochwertige Kabel sich lohnen, um das bestmögliche Klangerlebnis zu erzielen.

GERMAN HIGHEND MCS-Silber?

Etwas Informationen:

Die positiven Auswirkungen größerer Metall-Kristalle auf die klangliche Performance sind sehr erstaunlich. Dieses war auch der Anlass für uns, einen Weg zu finden, die Größe der Silber-Kristalle noch einmal deutlich zu steigern. Wie erwartet stellte sich schnell heraus, dass der Herstellungsprozess der LGS-Silberleiter bereits bis ans realistisch technisch Machbare ausgereizt war. Da in der metallverarbeitenden Industrie eigentlich eher das Gegenteil, nämlich ein möglichst feinkörniges, homogenes Gefüge benötigt wird, musste also ein neues Verfahren entwickelt werden.

Die Grenze des Machbaren?

Die Lösung des Problems lag im händischen Gießen eines Silberzylinders in einer Kokille.
Ist die oben beschriebene Herstellung des LGS-Silbers ein halbautomatischer Prozess mit extrem hohem Zeit- und Energieaufwand, so muss die Herstellung von MCS-Silberleiter nahezu komplett in Handarbeit erfolgen. Das Silber wird unter Ausschluss von Sauerstoff geschmolzen und in eine Kokille gegossen. Die Kokille wird dabei vorher auf eine Temperatur nahe dem Schmelzpunkt von Silber gebracht um eine Unterkühlung der Schmelze zu vermeiden und damit ein spontanes Erstarren zu verhindern. Um den Sinn dieses Prozesses zu verdeutlichen muss ein kleiner Exkurs in der Bildung von Metallgefügen gemacht werden: In einer Metallschmelze bewegen sich die Metallatome frei und regellos durcheinander. Kühlt die Schmelze nun langsam ab, wird die Bewegung der Atome langsamer. Beim Erreichen der Erstarrungstemperatur beginnt ein Zusammenlagern der Metallatome nach einem bestimmten Kristallgittertyp. In unserm Fall „kubisch flächenzentriert“. Diese ersten Zusammenlagerungen nennt man auch Kristallisationskeime. Ausgehend von diesen „Keimen“, gliedern sich immer mehr Metallatome aus der Restschmelze an die entstehenden Kristalle. Da die entzogene Wärme zur Kristallbildung verbraucht wird, würde die Temperatur während der gesamten Auskristallisation konstant bleiben. Die Abkühlkurve würde waagerecht verlaufen. Wird dem System nun aber gezielt eine bestimmte Mengen Wärme zugeführt, kann auf die Anzahl der sich bildender Silber-Kristalle Einfluss genommen werden.

So verringert sich die Anzahl der Kristalle und gibt zugleich den Verbleibenden die Zeit deutlich größer zu werden.
Ist die Schmelze fast aufgebraucht, stoßen die Kristalle an ihre Grenzen aneinander. Die Auskristallisation erfolgt 3-Dimensional und unregelmäßig. Diese unregelmäßig begrenzten Kristalle nennt man Kristallite oder Körner. Die Metallatome im Grenzbereich zwischen den Körnern können teilweise nicht in das Kristallgitter eingeordnet werden. Sie bilden zusammen mit möglichen Fremdatomen zwischen den einzelnen Körnern eine ungeordnete Begrenzungsschicht, die Korngrenze. Ist das flüssige Silber nun völlig erstarrt, haben alle Metallatome ihren festen Platz. Es hat sich ein Gefüge gebildet. Die Temperatur des entstandenen festen Metallzylinders nimmt durch den Wärmeentzug nun stetig ab, die Abkühlkurve fällt.

Der erste Schritt zum MCS-Silber ist gemacht.
Schaut man sich das Gefüge des entstandenen Silberzylinders an, so wird man feststellen dass dies ca. 2-3mal gröber als das des LGS-Silbers ist. Um aus diesem Zylinder einen Draht herzustellen, muss dieser mechanisch enorm verformt werden, hier gewinnt das MCS-Silber den zweiten Teil seiner erstaunlichen Eigenschaften. Metalle verformen sich bei geringer Belastung elastisch und bei hoher Belastung zusätzlich plastisch. Ist die Krafteinwirkung gering, so werden die Metallatome nur geringfügig von ihrem Gitterplatz verdrängt und federn bei Wegnahme der Kraft wieder in ihre Ausgangslage zurück. Sie verformen sich elastisch. Bei großer Krafteinwirkung kann an einer Stelle des Kristalls die obere Atomlage von der stabilen „ Übereinander-Anordnung“ in die ebenfalls stabile „ Auf-Lücke-Anordnung“  verschoben werden. Diese neue stabile Lage bleibt auch erhalten, wenn die Kraft nachlässt wird. Der Körper hat sich bleibend plastisch verformt.

Für den Silberzylinder bedeutet das, je länger er gezogen wird, umso länger werden die Kristalle im Gefüge.
Ein Metall kann nur in Grenzen kalt mechanisch verformt werden. Es treten starke Spannungen und Kaltverfestigung ein und das Metall würde im Grenzbereich verspröden und brechen, selbst ein so weiches Metall wie Silber. Aus diesem Grund muss der entstehende Draht in zeitlich definierten Abständen spannungsarm geglüht werden. Durch Spannungsarmglühen werden innere Spannungen im Werkstück durch plastisches Fließen des Werkstückes verringert.

Um das entstandene langgezogen grobe Gefüge nicht zu zerstören, wird der Draht präzise unterhalb der Gefüge-Umwandlungstemperatur geglüht.
Am Ende des Fertigungsprozesses wird der Silberdraht auf das Endmaß gezogen und nachträglich aufwändig oberflächenpoliert. (Die Relevanz des Polierens sollte nicht unterschätzt werden.)

Es gibt diverse wichtige Parameter, die bei der Leiterherstellung entscheidend sind.

Ein Draht ist eben doch nicht einfach nur ein Draht !

GERMAN HIGHEND Kabel Test / review

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