
MoFi SourcePoint V10 Master Edition - Hubraum statt Spoiler!
Der Lautsprecher-Guru Andrew Jones hat es getan: Große MoFi SourcePoint!
Schon die kleineren Modelle der SourcePoint-Lautsprecher gehören mit ihren musikalischen Koaxial-Systemen und hohem Wirkungsgrad zu unseren Lieblingen und besten Allround-Lautsprechern.
Nun haben wir die XXL-Version dieser hervorragenden Ausnahme-Schallwandler in der Vorführung.

Audiophile Punktschallquelle - Mehr als nur laute und große Lautsprecher
Der MoFi SourcePoint V10 gehört zu den Lautsprechern, bei denen man kaum übersehen kann, worum es geht. Kein üblicher großer Standlautsprecher, sondern ein ernstzunehmender, audiophiler Spielpartner für ambitionierte Anlagen. Ein Lautsprecher, der die Idee der Punktschallquelle in den Wohnraum bringt – mit der Souveränität und Kraft eines großen Systems und der Homogenität eines fein abgestimmten Koax-Konzepts.
Im Hoch-/Mitteltonbereich spielt der bekannte 25-cm-Koaxialtreiber mit feinem Gewebehochtöner – jener Punktstrahler, der schon in der SourcePoint 10 viele Musikfreunde mit seiner dynamischen, homogenen und holografischen Raumabbildung begeistert. Die Idee dahinter: Ein möglichst perfekter Zeit- und Phasengang, weil das gesamte Mittel-/Hochtonspektrum aus einem einzigen akustischen Zentrum kommt. Kein auseinanderfallendes Klangbild, keine räumlich versetzten Stimmanteile – der V10 verhält sich im Präsenzbereich wie eine große, extrem präzise Punktschallquelle.
SourcePoint V10 – High End Koax plus Bassgeschütz
Bei der SourcePoint V10 hat Andrew Jones konsequent nachgelegt: Zum großen Koax-Hoch-/Mitteltöner gesellen sich gleich vier zusätzliche 25-cm-Membranen pro Lautsprecher. Zwei davon arbeiten als aktive Tieftöner in der Front, zwei weitere als rückwärtige passive Tieftöner und stützen den Tiefbass, ohne das Gehäuse mit überdimensionierten Bassreflexkanälen zu „überfluten“. Unterm Strich reden wir von fünf 10-Zoll-Treibern pro Lautsprecher – sauber auf unterschiedliche Aufgabenbereiche verteilt.
Konstruktiv ist die V10 als aufwendiges Mehrwegsystem mit passiven Radiatoren aufgebaut:
10" Koax mit Softdome-Hochtöner für Mittel- und Hochton
Zwei 10" Woofer für den „arbeitsintensiven“ Bassbereich
Zwei 10" Passive Radiatoren für den Tiefbasskeller
Die zusätzlichen Tieftöner greifen im unteren Frequenzbereich ein, sodass der Koax weitgehend von der Grobarbeit im Bass befreit wird. Er kann sich voll auf Transparenz, Stimmwiedergabe und Räumlichkeit konzentrieren. Die Frequenzweiche ist entsprechend komplex aufgebaut; Übergänge und Phasenlage sind so abgestimmt, dass der Lautsprecher im gesamten relevanten Bereich wie „aus einem Guss“ spielt.
Das Gehäuse ist kein dünnwandiger „Holzkarton“, sondern ein massiver, mehrfach versteifter Korpus mit separaten Volumina für Koax, Woofer und Passivmembranen. Dadurch werden gegenseitige Beeinflussungen minimiert, der Bass bleibt kontrolliert, und störende Gehäuseresonanzen werden wirkungsvoll unterdrückt. Mit über 70 Kilogramm Lebendgewicht pro Lautsprecher ist klar: Hier schwingt nichts mit, was nicht mitspielen soll. MoFi-Lautsprecher sind keine Poser und Blender – sie stehen satt und souverän im Raum und vermitteln das auch optisch.
Sehr praxisnah: Die SourcePoint V10 bietet ein ordentlich dimensioniertes Bi-Wiring-/Bi-Amping-Terminal und eine schaltbare Hochtonanpassung. Mit dieser fein abgestuften Hochtonregelung lässt sich der Lautsprecher perfekt an Raum, Aufstellung und Hörgeschmack anpassen – von etwas entspannter, langzeittauglicher Abstimmung bis hin zu einer offeneren, spritzigeren Spielweise.
Messbare Fakten, hörbare Konsequenzen
Klanglich überzeugende Lautsprecher beginnen immer bei sauberer Basisarbeit. Die SourcePoint V10 ist mit gutem Wirkungsgrad und gutmütiger Impedanz ausgelegt: Sie verlangt nicht nach exotischen Kraftwerken, sondern spielt bereits mit soliden, musikalischen Verstärkern sehr lebendig auf. Die sinnvolle Leistungsangabe liegt in einem Bereich, in dem hochwertige Transistor-Amps, kräftige Röhrenverstärker oder edle Class-D-Konzepte gleichermaßen Spaß machen.
Der nutzbare Frequenzbereich reicht hinunter bis in den tiefen 20-/30-Hz-Bereich. Wichtig: Jones hat sich bewusst gegen die im Datenblatt spektakulär wirkende „20-Hz-Blubberbass“-Abstimmung entschieden, die in normalen Wohnräumen fast immer Probleme macht. Stattdessen setzt die V10 auf einen schnellen, konturierten, körperhaften Bass – nicht auf tieffrequente Effekthascherei. Transienten, Kick, Groove, Dynamik und das Gefühl für den „Puls“ der Musik stehen klar im Vordergrund.

Jede Musikrichtung, jede Lautstärke – wenn es auch mal groß werden darf
Wie erhofft und erwartet musizieren die großen SourcePoint auch in der V10-Ausbaustufe locker, flockig und entspannt. Sie spielen mit beeindruckender Makrodynamik, aber auch mit feiner, sehr sensibler Mikrodynamik – vom leisen Jazz-Trio spätabends bis zum sinfonischen Orchester oder druckvollen Rock-Konzert. Die Lautsprecher bleiben verfärbungsarm, schnell und durch den Koax-Punktstrahler wunderbar dreidimensional.
Die tonale Abstimmung ist neutral mit einem Hauch Wärme – genau die Mischung, die man im Alltag zu schätzen lernt: nie nervig, nie überanalytisch, aber stets durchhörbar und ehrlich. So eignet sich die V10 perfekt für lange Hörsessions quer durch alle Genres: Singer-Songwriter, Klassik, Jazz, Blues, Prog, Metal, EDM, Electronica, Film-Soundtracks – sie nimmt alles ernst, macht aber auch mit „normalen“ Pop-Produktionen noch richtig Spaß.
Der Bassbereich gehört zweifellos zu den Highlights der V10: knackig, definiert, mit sehr gutem Attack und Substanz. Wenn die Aufnahme es verlangt, steht ein kraftvoller, realistisch wirkender Tiefton im Raum – inklusive der sprichwörtlichen Bauchfellmassage. Aber das Wichtigste: Es bleibt immer Kontrolle im Spiel. Kein Dröhnen, kein polternder Bass, der alles andere zudeckt. Die Kombination aus aktiven Tieftönern und passiven Radiatoren liefert ein Fundament, das groß, erwachsen und souverän wirkt – besonders in größeren Räumen.
Verstärkerwahl und Aufstellung
Durch den guten Wirkungsgrad und die moderate Impedanz ist die SourcePoint V10 deutlich weniger heikel, als ihr massiger Auftritt vermuten lässt. MoFi + Röhre? Sehr gerne. Ein stabiler 30–60-Watt-Röhrenverstärker (Class A/AB) kann hier bereits eine erstaunlich musikalische Performance ermöglichen. Ebenso harmonieren kräftige Transistor-Amps, hochwertige integrierte Class-D-Verstärker oder klassische Class-AB-Endstufen hervorragend mit der V10 – entscheidend ist eher die Qualität als das nackte Datenblatt.
Wichtig ist allerdings: Ein Lautsprecher dieser Dimension möchte Luft um sich haben. In sehr kleinen Räumen würde man die Möglichkeiten der V10 verschenken – hier sind die kleineren MoFi-Modelle klar die bessere Wahl, zumal sie auf der gleichen Konstruktions- und Klangphilosophie basieren. Wer aber über einen größeren Hörraum verfügt, der Lautsprecher frei stellen kann und sich die „Zigtausend-Euro-Liga“ eigentlich sparen möchte, sollte sich die V10 unbedingt anhören.
Mit etwas Abstand zur Rückwand, sinnvollem seitlichen Freiraum und leichtem Einwinkeln entsteht eine breite, tief gestaffelte Bühne, die das Lautsprechergehäuse akustisch nahezu verschwinden lässt. Man hört nicht mehr „Boxen im Raum“, sondern eine Art musikalisches Fenster – genau das, was eine gute Punktschallquelle leisten soll.
Audiophile Spaßmaschine mit ernstem Hintergrund
In der Summe ihrer Fähigkeiten ist die MoFi SourcePoint V10 genau das, was man sich von einem modernen High-End-Lautsprecher wünscht: technisch stringent entwickelt, mit hohem konstruktivem Aufwand gebaut und klanglich eine perfekte Balance aus Kontrolle, Auflösung und purem Hörspaß. Diese „audiophilen Spaßmaschinen“ sind erneut ein echter Geheimtipp aus dem Hause Mobile Fidelity und werden vielen deutlich teureren Konkurrenten das Leben schwer machen – insbesondere, wenn es um Dynamik, Kohärenz, Live-Feeling und Langzeittauglichkeit geht.
Wer große Räume hat, Musik liebt und sich eine Box wünscht, die sowohl feinfühlig bis brutal, als auch gnadenlos ehrlich sein kann, sollte die SourcePoint V10 unbedingt auf die persönliche „Must-hear“-Liste setzen. Das ist kein Lautsprecher für Hintergrundmusik – das ist ein Lautsprecher für Menschen, die sich bewusst hinsetzen, die erste Platte auflegen und dann mit einem Grinsen im Gesicht feststellen: Genau so habe ich mir das immer vorgestellt.
Auf Wunsch mit German Highend-Tuning deutlich näher am Puls der Musik.
Audiophile Grüße
Jörg Erwin / A&V-Team




















