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eversolo T8 die Keyfacts im Blick

Unzufrieden im Musikzimmer - Der digitale Takt

Dirk Broeske
06.07.2026

Hier für technisch interessierte Menschen ein sehr ausführlicher Erfahrungs-u. Hörbericht eines netten Stammkunden, der es mit digitalem High End ernst meint und sein Streaming-Setup mit Hilfe des Eversolo T8 auf die klangliche Spitze getrieben hat: 

Der lange Weg zum perfekten Klang – Irrwege, Erkenntnisse und Lösungen

Auf der Suche nach Abhilfe von offenbartem Missklang in der digitalen Domäne verbrachte ich, nachdem ich zuletzt die analoge Seite meiner Anlage optimiert hatte, viel zu viele Abende mit Akustikmessungen, REW, DSP, parametrischen Equalizern und komplexen Faltungsfiltern. Für mich ein mathematischer Irrweg, wie sich herausstellte: Die mühsam erlangten Teilerfolge im Frequenzgang wurden durch Verschlechterungen an anderer Stelle – vor allem im Zeitbereich – schnell wieder nichtig.
 
Der klangliche Todesstoß war jedoch systembedingt:
Die digitale Raumkorrektur erfordert eine Konvertierung von DSD-Material in das PCM-Format. 
Damit wurde meinem T+A DAC 200, der die Signale per USB direkt vom Rechner erhielt, seine größte „Geheimwaffe“ geraubt – dem True-1Bit-DSD-Wandler. Ein zweifaches Wandeln auf meinem i7-Rechner machte die Situation ebenfalls nicht besser: Was der Rechenalgorithmus bei der ersten PCM-Konvertierung kaputtmachte, konnte das erneute Upsampeln auf DSD nach dem Bügeln des Frequenzganges nicht zurückbringen. Allen „Jacinthas“ fehlte das gewisse Etwas in ihren Stimmen, sie sangen unterkühlt digital. Ich habe beschlossen, meinem Lautsprecher- bzw. Gerätehersteller fortan zu vertrauen, dass sie ab Werk es schon einigermaßen richten - zumal ich Grundsätze der Akustik bei der Aufstellung der Anlage und der Raumausstattung berücksichtigt habe.

Auch der vielversprechende Versuch, die USB-Signale vom Rechner durch einen iFi OmniUSB zu säubern und galvanisch zu trennen, verlief in zwei Anläufen nicht befriedigend. Das erste Gerät hatte einen permanenten Batteriefehler, das zweite verlor immer wieder die Verbindung zum DAC. Statt sie Oskar zu schenken, habe ich sie diesmal kurzerhand und nicht ganz uneigennützig zurückgeschickt.

Digitaler Schmutz

Ein anderer Ansatz musste her, um den digitalen Dreck im (DSD-) Signalweg wegzufegen. Genau wie in der Abfallwirtschaft basiert dieser – wer hätte das gedacht – letztendlich auf Trennung. Doch was soll überhaupt getrennt werden, was verbirgt sich hinter digitalem Dreck? 

Vorhang auf, Manege frei:

Am Anfang der Kette steht das aufgenommene und digital zur Verfügung gestellte Musikgeschehen. Ist die audiophile Qualität hier schon gruselig, sind also Unzulänglichkeiten in den Bits durch das Studio hineincodiert, werden wir den Schmutz nicht mehr los – auch nicht, wenn wir uns in feinster Zirkus-Manier auf den Kopf stellen. Aber es gibt ja glücklicherweise auch Aufnahmen, die den Ansprüchen von uns Audiophilen zumindest weitestgehend genügen. Konzentrieren wir uns also auf diese und sortieren die wirklich schlecht gemachten Stücke einfach aus oder spielen sie nur dann ab, wenn gewisse gesellschaftliche Events es erfordern.

Die Übertragung digitaler Signale

Bei dem digitalen Transport von Signalen, in unserem Fall von Musik, geht es letztendlich (nur ;-) um Einsen und Nullen. Weil hier die Tiefe einer Informationseinheit naturbedingt nicht sehr hoch ausfällt, bedarf es sehr vieler Einsen und Nullen pro Zeit, die rein mengenmäßig eine große Angriffsfläche bieten. Diese vielen Bits müssen zu ihrem Leidwesen eine räumliche Distanz überwinden, nämlich von der Quelle (in meinem Fall das lokal gespeicherte Musik-File) bis zum Digital Analog Converter. 
Für diese Wege setzt die Industrie bzw. Branche vornehmlich auf Kabel und/oder Leiterbahnen auf Platinen, die - unter Spannung - elektromagnetische Felder aufbauen und der codierten Musik als Transport-Vehicle dienen. Dass Musiksignale von den Elektronen selbst transportiert werden, ist in diesem Zusammenhang zwar weitverbreitet aber nicht der Wahrheit letzter Schluss. 
Um die Tricks des Zauberers zu verstehen, muss man hinter die Bühne blicken: Den idealen Transporter, das ideale Feld, gibt es nur in der Theorie - unsere benutzten materiellen Konstrukte zum Aufbau der Felder sind weit entfernt davon. 
Ach, könnte man nur das in Köpfen häufig anzutreffende Vakuum nutzen, um für unsere für die Musik so wichtigen elektromagnetischen Felder bessere Bedingungen zu schaffen. So bleiben Kabel & Co. unvollkommen. Jedes Kabel, jeder Filter und jede Optimierung verändern in Wahrheit die physikalischen Bedingungen des Raumes, in dem sich das elektromagnetische Feld ausbreitet. Erst wenn dieses Feld ohne Reflexionen, Bremswirkungen oder Fremdeinstreuungen am DAC ankommt, kann dieser perfekt im Zeitbereich arbeiten.

Das Besondere bei digitalen Signalen – beispielsweise in LAN- oder USB-Kabeln – ist nun, dass sie im Gegensatz zu analogen Signalen durch ihre hohe Takt- und Grundfrequenz (im Megahertz- bis Gigahertz-Bereich) vom Skin-Effekt dominiert werden. Das Signal-Feld entsteht dadurch nicht vornehmlich im Inneren des Leiters, sondern verdichtet an dessen äußerster Oberfläche und im angrenzenden Dielektrikum, gleichwohl es eine Art „Verankerungswelle“ des Feldes an den freien Ladungen im Inneren des Leiters gibt und auch geben muss. Entlang des Kabels bietet der Leiter dem Feld bewegliche, schwingende Ladungen zur zielgerichteten Führung.

Unsere gängigen Leiter bzw. Kabel können hierfür bzw. grundsätzlich nur Felder zur Verfügung stellen, die Signalen auch reflektierende Hindernisse in den Weg legen. In der Nachrichtentechnik nennt man das Intersymbolinterferenz. Die scharfen Kanten der Signalpulse werden verwaschen, und der Empfänger kann nicht mehr eindeutig zwischen "0" und "1" unterscheiden. Bit-Fehler entstehen, was musikalisch und vor allem getränkemäßig fatal sein kann.

Doch damit nicht genug: Neben dem Verschmieren der mathematisch ursprünglich schön definierten Rechteckimpulse werden unsere geliebten musikalischen Bits noch zusätzlich von bösen „Bits“ anderer Komponenten überlagert. Etwas konkreter und etwas weniger bitlastig fallen Modulationen von Computernetzeilen, Prozessoren und Grafikkarten bei Lastwechsel oder auch Gehäuseeinstrahlungen (EMI/RFI) und USB-Masseschleifen unter dieses Rauschen, hinzu kommt das thermische Rauschen der Elektronen selbst. Von alledem gibt es wiederum viel zu viel, insbesondere wenn die Hardware computergestützt ist.

Der Schwerpunkt der Säuberung in modernen Architekturen ist sicherlich hier anzusetzen, während wir – jetzt wieder bitlastig - die Überlagerung durch organische Bits („Bitte ein Bit“) bei dieser Betrachtung außenvorlassen, weil sie bei Lichtleiterkontakten auf die zuerst genannten Verunreinigungen zurückführbar sind, und sie bei der Verschüttung auf unisolierten metallischen Leitern im schlimmsten Fall zum Kurzschluss und damit zur Stille nach dem Grissel führen. 
Dem aufmerksamen Leser mag es nicht entgangen sein, dass ich wie Clown Zippo von Cirkus Roncalli hier mit Bits jongliere, als wären sie kunterbunte Ringe, die nur zur Belustigung da sind. Die Richtigstellung erfolgt weiter unten, wenn ich alle „Ringe“ auf den Boden (der Tatsachen) fallen lasse, und wir erkennen müssen, dass „Digital“ ein willkürlicher Wert auf einer analogen Skala ist. Doch vorerst zurück zu den Störenfrieden:

Rauschen und Reflexionen, als zwei prinzipiell unterschiedliche physikalische Effekte, werden zusammen mit dem digitalen Signal über elektromagnetische Felder transportiert und haben am Empfänger leider eine additive, sich verstärkende Wirkung. 
Mathematisch wird das eigens im sogenannten Signal-zu-Rausch-und-Interferenz-Verhältnis (SINR)* ausgedrückt bzw. über das „Auge“ (Augendiagramm) eines Oszilloskops veranschaulicht, heißt das:

  • Die Intersymbolinterferenz schließt das Auge horizontal und vertikal: Die Reflexionen sorgen dafür, dass die Signalübergänge zeitlich verschoben (Jitter) und die Spannungspegel ungenau werden. Die "Öffnung" des Auges wird enger.

  • Rauschen "verwischt" die Linien vertikal: Das Rauschen fügt den Signalpegeln ein zufälliges Zittern hinzu. Die Linien des Auges werden dick und unscharf. Rauschen ist äußerst invasiv und kann sich modulierend in sensible Elektronik einschleichen.

Wenn das Auge durch Intersymbolinterferenzohnehin schon fast geschlossen ist, reicht bereits ein minimales Rauschen aus, um die verbliebene Öffnung komplett zu fluten. Der Empfänger kann, wie gesagt, die logische "1" nicht mehr von der "0" unterscheiden. So wird aus ursprünglich digital geschärften Impulsen eine verjitterte, eher „analoge“ Wellenfront und Rätselraten und Korrekturen sind angesagt - bei einigen Schnittstellen mehr bei anderen weniger ausbreitet. Erst wenn dieses Feld ohne Reflexionen, Bremswirkungen oder Fremdeinstreuungen am DAC ankommt, kann dieser perfekt im Zeitbereich arbeiten.


Digitales High End und die Probleme

Stichwort „Korrekturen“: In der Netzwerktechnik gilt allgemein das Prinzip, dass digitale Daten dank der TCP/IP-Fehlerkorrektur entweder immer und ggf. durch erneute Anforderung zu 100 %, oder gar nicht ankommen (Bit-Perfektion). Das Problem bei High-End-Audio ist meistens jedoch nicht der Verlust von Datenpaketen, sondern die Bitfehlerrate auf der physikalischen Ebene und die daraus resultierende Arbeitslast des Netzwerk-Empfängers. Erschwerend kommt hinzu, wenn Uhren falsch gehen oder eine erhöhte Fehlerrate permanent vorhanden ist.

Weiterhin bezieht sich das eigentliche Jitter-Problem nicht direkt auf die Bits, sondern auf das überhaupt nicht bitlastige, analoge und signalleitende Feld: Wenn beispielsweise ein Rechner digital eine „1“ oder eine „0“ an den DAC oder Streamer sendet, baut sich unter Berücksichtigung des Skin-Effekts von der Oberfläche des Leiters ausgehend im Isolationsmaterial, dem Dielektrikum, besagtes elektromagnetisches Feld auf. Wenn sich das Feld von einer „1“ (hohe Feldstärke) zu einer „0“ (keine Feldstärke) ändert, muss die im Raum gespeicherte Feldenergie komplett abgebaut und kollabiert werden. Aufgrund der unvollkommenen Kabelgeometrie, des verwendeten Leiter- oder des Isolationsmaterials bricht das Feld nicht schnell genug zusammen. Ein Teil der Feldenergie wird reflektiert und läuft als „Echo“ rückwärts. Dieses Echo deformiert das nachfolgende Feld.

Ein elektromagnetisches Feld in einem beliebigen Raum (Kabel, Luft, Dielektrikum) wird charakterisiert durch seine Ortskoordinaten und einem zeitlichen Verlauf an dem jeweiligen Ort, an dem die variierende Feldstärke den Informationsfluss widerspiegelt. Für zwei Felder, also einem Nutzsignal und einem Störsignal (Rauschen) transportierenden, gilt das genauso und zusätzlich, dass zwei Felder dem Superpositionsprinzip unterliegen. Unter gewissen Bedingungen addieren (Interferenz) sich die magnetischen und elektrischen Feldstärken an jedem Raumpunkt und zu jedem Zeitpunkt auf.

Da rauschende Störsignale sich meistens durch zufällige Wellenberge und -täler auszeichnen, wird es nie zu einer vollständigen Interferenz (wie bei idealen Reflexionen) kommen. Die Bedingungen (Kohärenz) sind nur minimal aber dennoch teilweise erfüllt. Mal wird superpositioniert mal nicht. Das entspricht unserem alltäglichen Verständnis von chaotischem Rauschen.

Konstruktive Maßnahmen am Empfängerchip versprechen Abhilfe. Dabei spielt die Gleichtaktunterdrückung eine Rolle, nämlich dass Signale (z.B. im LAN-Kabel) zweifach über einzelne Adern gesendet werden – einmal um 180 Grad invertiert. Überlagert sich nun ein Rauschfeld auf diese Adern, kann durch Differenzbildung das Störsignal eliminiert werden und man erhält prinzipiell das gedoppelte, aber saubere Nutzsignal. (NutzSignalAder1 + StörSignal) – ( – NutzSignalAder2 + StörSignal) = 2xNutzSignal.

Die technischen Grenzen der Digitalitis

Weitere konstruktive bzw. rechnerische Korrekturen wären Adaptive Equalizer (Entzerrer), Match-Filter (Optimalfilter), Digitale Schwellenwert-Entscheidung (Slicing) und Vorwärtsfehlerkorrektur (FEC). Dass gestreamte Musik trotz all dieser hochentwickelten Filtertechnologien manchmal ruckelt, aussetzt oder vor allem klanglich nicht perfekt wirkt, liegt wohl daran, dass alle diese Mechanismen mathematische oder physikalische Grenzen haben.
Damit die Gleichtaktunterdrückung Störungen perfekt auslöscht, müssen beide Adern im LAN-Kabel absolut identisch sein. In der Realität reicht es schon, wenn das Kabel eng gebogen oder gequetscht wird. Dadurch entsteht eine Asymmetrie in der Kapazität und Induktivität der beiden Adern. Die einwandfreie Funktion der Signalaufbereitung setzt also voraus, dass tatsächlich im Falle der Gleichtaktunterdrückung auf beiden Adern exakt und initial ungestört dasselbe gegenphasige Signal anliegt, beide Adern inkl. Dielektrikum gleich homogen transportieren und schließlich das Störfeld in beide Signal-Felder zeitlich und räumlich identisch eindringt... Entzerrer und Match-Filter scheitern hingegen bei unvorhersehbaren Rauschspitzen. Slicing ist ebenfalls abhängig von der Stärke des Rauschimpulses bzw. der Schwelle zum Nutzsignal. Die nachträgliche Korrektur auf Bitebene, Vorwärtsfehlerkorrektur, ist eine Berechnung nach dem mathematisch „wahrscheinlichsten“ Pfad. Finde den Fehler…

Ein Fass ohne Boden

Wenn ich mich mit solchen Themen auseinandersetze, kommt es mir so vor, als ob da jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Was in Computernetzwerken sicherlich seine Berechtigung findet, scheint bei der Übertragung auf hochwertiges, zeitkritisches Audio unter das Motto „Jugend forscht“ zu fallen. Es ist nur halbherzig durchdacht. Warum erleben wir sonst Missklang? Musik sollte m.E. überhaupt nichts zu tun haben mit Flanken von elektromagnetischen Felder, die sich zeitlich verschieben. Aber das ist exakt der Jitter, den der DAC oder Streamer am Ende als ungenauen Takt interpretieren muss. Dabei geht es hinsichtlich des audiophilen Klanges vor allem um den richtigen Zeitpunkt für seine arbeits- und dadurch rauschintensiven Interpretationen, der Prüfsummen-Korrektur bzw. der Paket-Neuanforderungen. Die „digitale Eins“ als solche wird schließlich nur dadurch erkannt, dass eine Potentialdifferenz von beispielsweise 3,3V (bei USB 2.0 Low-Speed/12 Mbit/s) vom elektromagnetischen Feld übergeben wird. Somit sind „digitale“ Musiksignale (und ebenso Störsignale) nichts weiter als interagierende Volt und Sekunden, die wiederum stetige, analoge Größeneinheiten darstellen.

An dieser Stelle wäre nun auch die Frage berechtigt, ob bzw. inwieweit „Digital“ innerhalb unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit überhaupt existiert, oder ob „Digital“ womöglich nur ein zur Vereinfachung, in Grenzen sehr gut funktionierendes, vom Menschen aufgestelltes mathematisches Modell ist. Die Betonung liegt hier auf „Wahrnehmung“.

Der „digitale Clown“ verlässt die Bühne und unabhängig von Modell oder Realität bleibt das audiophile und überaus reale Ziel, Störenfriede, also Rauschen, Reflexionen, Interferenzen und damit Jitter den Kampf anzusagen und vom Netzwerkspieler bzw. DAC, der in dieser Betrachtung auch den Namen AAC tragen könnte, fernzuhalten. Speziell wenn bei stimmigen Randbedingungen (gemeint ist die Güte der Musikanlage) ein hochauflösendes Messinstrument (gemeint sind Hirn mit Ohren) den Empfänger darstellt. Mensch kann diesbezüglich immerhin beachtliche Laufzeitunterschiede von 10-20 Microsekunden auflösen. Idealerweise trennen wir uns vom Schmutz bis unter diese und anderen Wahrnehmungsgrenzen. Ich will es aber vorwegnehmen: Mir ist es bisher – mit eingeschalteter Anlage – nicht gelungen, unter diese Grenzen zu kommen. Dennoch haben die nachfolgenden Maßnahmen zu einer deutlich wahrnehmbaren Verbesserung im Klanggeschehen geführt.

Friedliche Trennung mit dem Eversolo T8

…oder die Umkehrung des „Shit in - Shit out“ Prinzips: Der erste Schritt der Optimierung betraf meine Energieversorgung. Ein PS Audio P15 Netzregenerator ersetzte den unsauberen Netzstrom durch eine völlig neu generierte, stabile Sinuswelle mit sehr niedriger Ausgangsimpedanz. Dies schuf die Basis für alle nachfolgenden Komponenten. Muss es unbedingt PS Audio sein? Nein, auf den sauberen Strom kommt es an, also auf „No Shit in“. Und das gilt auch für alle angeschlossenen Geräte zueinander – Isolationshaft ist gefragt.

Lange Zeit stellte ein potenter PC das Maß der Dinge im digitalen Streaming dar. In meiner Kette verrichtete ein Intel-i7-Prozessor diesen Dienst und reichte die Daten direkt per USB über ein Audioquest Diamond an den T+A DAC 200 weiter. Das Klangbild war tendenziell vordergründig kraftvoll und eher direkt – aus heutiger Sicht jedoch von digitalem Stress geprägt: Grisseliger Unfrieden. Warum? Ein i7-Prozessor erfordert durch seine dynamische Taktung hochfrequente, unregelmäßige Stromstärken vom Schaltnetzteil. Diese Störströme wandern über die USB-Masseleitung bis in die Clocks des DACs. Das Resultat ist feines Phasenrauschen (Jitter), das die räumliche Tiefe einschränkt, Impulse im Hochtonbereich zumindest minimal verschmiert und zeitversetzte Bass-Signale wummern und den Mittenbereich überstrahlen lässt.

Der entscheidende Systemwechsel erfolgte durch die funktionale Trennung von Datenverwaltung und Taktung: Der i7-PC wurde durch einen lüfterlosen, rechenoptimierten und sparsamen Minix-PC mit N350-Prozessor ersetzt, der die Daten rein als Netzlaufwerk bereitstellt bzw. über JRiver einen Netzwerkplayer nicht nur versorgen, sondern auch steuern kann. Der schöne und für mich wichtige Nebeneffekt: meine Musiksammlung blieb in der mir vertrauten Bibliothek und auch Tablet und Smartphone konnten mit JRemote, wie gewohnt, genutzt werden. Um den Minix-PC nun auch auf Software-Ebene radikal zu beruhigen, kommt das Optimierungs-Tool Fidelizer in seinen puristischsten Audio-Einstellungen zum Einsatz. Fidelizer kastriert das Windows-Betriebssystem unbarmherzig, indem es nicht benötigte Hintergrundprozesse stoppt, zusammen mit Process-Lasso die Core-Zuweisung optimiert und die Audio-Priorität maximiert. Dadurch sinkt die Prozessorlast auf ein Minimum, was wiederum hochfrequente Stromschwankungen auf der Platine stark reduziert. Schließlich bekommt der Rechner absolutes DAC-Verbot und darf seine USB-Schnittstellen nur zum Datenlesen von externen Festplatten nutzen.

Die sensible Aufgabe des eigentlichen Streaming-Transports übernimmt der Eversolo T8. Dessen primäre Aufgabe ist es, den Datenstrom zu puffern und über hochempfindliche Femto-Clocks neu zu takten. Diese Trennung ermöglicht es zudem gezielt, die Transportwege der Signale im Vergleich zur ursprünglich direkten USB-Verbindung anzugehen und zu säubern. Auch dem Eversolo habe ich einiges verboten: nämlich keinen unnötigen Eingriff in das Signal, also kein Upsampling, keine Raumkorrektur, kein Equalizer. Er darf, trotzdem er es nach Firmware-Update (OTA V1.5.30) rudimentär könnte, auch nicht meine JRiver-Bibliothek durchforsten, sondern muss nur spielen, was und wie es ihm vorgesetzt wird, und damit schließlich den DAC speisen. Das funktioniert ganz vernünftig, da der Eversolo sich im JRiver-Mediacenter auf dem Rechner stabil als „T8“ outet. Die Eversolo-App ist in diesem Zusammenhang für den Hausgebrauch obsolet.

Was sonst noch hilft

Um das Netzwerk-Rauschen zu minimieren, reinigt dem Eversolo vorgeschaltet ein iFi OmniLan den Datenstrom. Die von mir bevorzugte Erdungsart war lange Zeit „Iso“, also mit komplett getrennter Masse (mehr dazu, weiter unten). Im Gegensatz zum OmniUSB läuft der OmniLan stabil und scheint ausgereift zu sein.

Die klangschädlichen Standard-Schaltnetzteile wurden ebenfalls verbannt: Ein SBooster BOTW MK2 versorgt den Minix-PC, während ein iFi Elite Power mit aktiver Rauschunterdrückung das OmniLan speist. Beide wiederum erhalten ihren Saft von PS-Audio. Der „böse“ Rechner sogar doppelt durch meinen alten und nun zwischengeschalteten P500. Gleiches gilt für den überhaupt nicht bösen aber in der digitalen Domäne angesiedelten T8.

Kabel sind relevant!

Die Schwachstelle der LAN-Verbindung zum Eversolo habe ich dann durch eine Startech OS2-Glasfaserbrücke eliminiert. Das Signal wandert ab dem SC-Pure-Port des OmniLan als reine Lichtwelle durch den hauchdünnen Glaskern direkt in den SFP-Port des T8. Die Photonen der Lichtwelle haben hier ihr ganz eigenes und von unserer Elektronik unbeeinflussbares Feld mit Frequenzen im Terahertz-Bereich. Diese sind so hoch, dass es physikalisch unmöglich ist, mit den niederfrequenten elektromagnetischen Störfeldern (EMI/RFI) der Raumumgebung zu interagieren. Es gibt keine physikalische Kopplungsmöglichkeit zwischen dem Lichtfeld und dem Schmutzfeld. Der Eversolo ist somit forever galvanisch solo bzw. aus Sicht der Mülltrennung vom hochfrequenten Deck aus Heimnetzwerk bzw. vom Rechner prinzipiell physikalisch befreit.
Erstaunlicherweise ergab eine fünf Meter lange Lichtstrecke eine bessere Performance als eine Länge von nur einem Meter. Das erforderte eines genaueren Tests: Um jetzt meinen Hörraum nicht mit zig Kilometer Glasfaser voll zu spinnen, habe ich einen 5dB-Attenuator in die Strecke eingebracht. Und wieder war das Klangbild sauberer und Stimmen verzerrungsfreier, was gewohnheitsmäßig erst einmal unlogisch erscheint. Die Dämpfung des Signals bzw. die Abschwächung der Lichtintensität führt dazu, dass die Empfangsdiode im Eversolo nicht übersättigt und bei der Rückwandlung in elektrischen Strom dementsprechend weniger wildes Rauschen induziert und weitergereicht wird. Auch der T8 ist schlussendlich nur ein Rechner und verhält sich dementsprechend wie einer.
Probiert und verworfen hatte ich zuvor an dieser Verbindungsstelle auch ein WireWorld Starlight, das ab dem Mittenbereich leicht unsauber wurde, und insgesamt etwas wärmer und basslastiger „spielte“.

Auch auf die Verbindung vor der eigentlichen Lichtleiterstrecke muss geachtet werden, damit das SFP-Modul nicht vorhandenes Rauschen und Jitter bei seiner Erleuchtung übernimmt. Ebenso – und hier schließt sich ein Kreis – ist es wichtig, dass der Dreckspatz „Rechner“ wenig zu tun hat und kein bzw. möglichst wenig Rauschen in seine Gigabit-Lan-Schnittstelle überführt. Vom auf Sparflamme gehaltenen Minix-Rechner zum OmniLan setzte ich hier ein Ethernetkabel von Audioquest, das Vodka, ein.

Diese Entscheidung fiel nicht leicht, da der Händler meines Vertrauens mir „gemeinerweise“ ein Platinum Starlight 8 von WireWorld geschickt hatte, und dieses Reinsilber-Kabel eine sehr gute Figur machte - und auf der virtuellen Bühne auch zeichnete. Tatsächlich gewann das musikalische Geschehen an Tiefe, und klassische Orchester waren in sich noch strukturierter. Leider brachte das Kabel Stimmen, die auf der Bühne etwas nach hinten versetzt sind, mir nicht sauber genug rüber - in anderen Worten: das Kabel ließ durch seine hochauflösende Charakteristik zu viel vorhandenen Schmutz durch, der sich final im DAC in den sensiblen vokalen Bereichen manifestierte. Leicht gedämpft, wie mit einem Pergamentpapier vor dem Munde sangen die Bariton-Stimmen in klassischen Werken - z.B. in Mahlers Achten. Schweren Herzens gab ich die tolle Bühnenshow des WireWorld auf, genoss dafür aber ein Hauch mehr Klarheit bei klassischen Stimmen mit dem Audioquest Vodka – allerdings nicht lange…

Das silberne WireWorld hatte tiefe Eindrücke bei mir hinterlassen und in einem weiteren Schritt habe ich dann das Flaggschiff von Audioquest Probe gehört. Das Diamond RJ/E ist ebenfalls eine silberne Lan-Strippe, hat aber einen gänzlich anderen Aufbau. Während WireWorld irgendwie entfernt an die Kabel von German Highend erinnern, hat das Audioquest eine klassische, verdrillte Form - wäre da nicht das 72V-DBS-Kästchen an der Ummantelung. Dieses und auch andere konstruktive Bauteile kümmern sich explizit um die Rauschvernichtung und -ableitung, was auch für HF-Einstreuungen aus der Luft durch Funknetze gilt.

Wie schon oben beim kupfernen WireWorld festgestellt, scheint die Stärke bei den Starlights nicht bei der Rauschmodulation hinsichtlich Gesangsfrequenzen zu liegen – zumindest nicht in gestörten Umgebungen. Das Platinum hat bei guter Instrumentalklassik sowie highendigen Aufnahmen inkl. Gesang dennoch seinen Referenzcharakter für die Bühnenzeichnung verdient und spielt auch sonst traumhaft ehrlich, vergleichbar mit den analogen Silberkabeln der MCS-Serie von German Highend.
Aber Achtung: wenn wir Räumlichkeit bewerten, muss berücksichtigt werden, dass Rauschen uns Raumtiefe psychoakustisch vorgaukeln kann. Paaren sich unendlichen Weiten mit Verzerrungen im Ausklingen – gut bei Stimmen oder Violinen erkennbar – sollten die Alarmglocken klingeln. Die empfundene Tiefe ist in diesem Fall wahrscheinlich nicht aufnahmebedingt ehrlich, sondern ein Rausch- und Jitter-Relikt. Und nochmal Achtung: Rauschen kann in Maßen zum empfundenen Wohlklang beitragen und muss nicht zwingend (z.B. beim Dithering) verteufelt werden. Dazu ein überspitztes Beispiel, das die Grenze von subtil stark überschreitet: Deep Purples „Child in Time“ vom Album „Made in Japan“ besitzt im Original-Release ein hörbares Rauschen in der Aufnahme. In remasterten Versionen wurde dieses Rauschen stark gedämpft. Mir gefällt eindeutig die rauschende Version besser. Und ein letztes Mal Achtung: was wir am Ende der Kette über unsere Ohren wahrnehmen, ist die Summe aller übriggebliebenen Verschmutzungen inkl. der aufnahmebedingten und – hoffentlich – etwas von der Aufnahme selbst. Unsere Toleranzgrenze mag durch diese Addition von Fall zu Fall unterschiedlich ausfallen.

Doch zurück zu den LAN-Kabeln: In meiner Kette überzeugte im Umgang mit subtilem Rauschen das trennschärfere Diamond. Es liefert Rauminformationen fast so gut ab, wie das große WireWorld, moduliert Müll weniger in den mir wichtigen Gesang hinein, sondern eher eine Hand breit unter den Stimmorganen der Akteure. Bei Streichern verhält es sich ähnlich: Wireworld krächzt leise beim Ausklang, während Audioquest nach hinten versetzt scharrt.
Wie mir scheint ;-) haben die Entwickler bei Audioquest nicht nur highendige Aufnahmen als Referenz herangezogen, sondern auch durchschnittlich produzierte Rock/Pop Stücke. Hier spielt das Diamond seine Anti-Noise-Trümpfe aus und macht alte Schätze wieder hörenswert(er). Zusätzlich punktet das Diamond mit besser wahrgenommenen Impulsen.


Audioquest Diamond High End Netzwerkkabel

Mein Vodka darf ab sofort die Verbindung zur Außenwelt, zu Streamingsdienste aus dem www und zum DNS-Server der Fritzbox, sicherstellen. Das Diamond ersetzt das Vodka zwischen Rechner und OmniLan und trennt vernünftig Hauptsache von Nebensächlichkeiten.

Als (be-) rauschendes Fazit kann festgehalten werden, dass das Platinum konstruktionsbedingt dem elektromagnetischen Hochfrequenzfeld des Ethernet-Signals weniger Hindernisse in den Weg legt. Seine geringe Induktivität sorgt für steile Signalflanken beim Eintritt in die optische Isolationsstrecke. Für perfekte Aufnahmen gilt: Da das Digitalsignal absolut bitperfekt übertragen wird und die steilen Flanken für ein maximal stabiles Schaltverhalten im optischen Sender sorgen, wird das systembedingte Restrauschen am Ende der Kette im DAC quasi mit Null addiert. Feinste, hochfrequente Rauminformationen und eine hohe Brillanz begeistern, das Signal-zu-Rausch-und-Interferenz-Verhältnis (SINR) am DAC-Eingang besticht hier. Die kompromisslose Offenheit des WireWorld lässt jedoch zu, dass auch das hochfrequente Rauschen des Minix-PCs ungebremst in den optischen Sender fließen kann. Obwohl die Lichtstrecke die elektrische Masse perfekt isoliert, moduliert der hochfrequente PC-Schmutz im Sender die Intensität des Lichtsignals in Form von Amplitudenrauschen. Der Empfänger im Eversolo T8 übersetzt diese Helligkeitsschwankungen beim Umschalten unweigerlich in ein zeitliches Zittern – es entsteht Phasen-Jitter, der über das USB-Kabel bis in den DAC getragen wird. Dieser Jitter fügt sich dem ggf. vorhandenen und aufnahmebedingten Schmutz des Signals hinzu. Bei mittelmäßigen Aufnahmen kommt dies nun als schwer zu akzeptierende Härte zum Vorschein. Das Musikmaterial lässt quasi den Stör-Nenner im SINR kollabieren und senkt das ursprünglich hervorragende Verhältnis.

Das Audioquest Diamond RJ/E hingegen blockiert dieses hochfrequente Rauschen direkt an der Quelle durch seinen massiv geschirmten Aufbau und das DBS-System. Seine bauartbedingte höhere Kapazität wirkt wie ein Hochfrequenz-Filter (Tiefpass) und leitet den HF-Schmutz des PCs gegen Masse ab, noch bevor er den optischen Sender modulieren kann. Der Lichtblitz reist dadurch wesentlich stabiler und reiner durch den Lichtleiter. Das reale SINR am Wandler überzeugt mit einem kleineren Stör-Nenner und das Verhältnis fällt im Fall von mittelprächtigen Aufnahmen beim Audioquest insgesamt harmonischer und gnädiger aus. Audioquest schlägt WireWorld. Bei perfekten Aufnahmen, bei denen das Rechnerrauschen klanglich weniger ins Gewicht fällt, zeigt diese Filterwirkung des Diamond-LAN jedoch ihre Kehrseite: Die höhere Kabelkapazität bedämpft auch die allerobersten Frequenz-Anteile, die harmonischen Oberwellen der Ethernet-Rechteckwelle. Die Flanken des Signals werden minimal runder, wodurch der optische Sender flacher durch seinen elektrischen Schaltpunkt wandert. Dies provoziert im optischen System ein minimales Phasenrauschen. Dieses winzige Zittern weicht am Ende der Kette die für Räumlichkeit und Brillanz verantwortlichen feinsten Details ganz leicht auf und das Signal tritt entsprechend weniger konturiert hervor. WireWorld schlägt Audioquest.


IfI Isilencer Netwerkfilter

Eigenschaft/Stick

iFi iSilencer

AudioQuest JitterBug

Filter-Typ

Aktiv (mit Chip & Stromverbrauch)

Passiv (bauteilbasiert, kein Stromverbrauch)

Strom-Filterung

Active Noise Cancellation (Gegenphase)

Diskrete passive Rausch-Ableitung (Wärme)

Daten-Filterung

REbalance (Aktive Symmetrierung)

Passive Hochfrequenz-Dämpfung

USB-Standard

USB 3.0

USB 2.0

Eingriff

Datenleitungen, Strom (5V) & Masse

Nur Strom (5V) & Masseleitung


Beim Minix sitzt pro Festplatte ein iSilencer im direkten Signalweg und darf Störungen aktiv auslöschen. Die Datenrate bleibt durch USB 3.0 hoch, und die iFis leisten zusätzlich einen Beitrag zur Reduzierung des Rauschens auf der Hauptplatine des Rechners. Induziert der Filter selbst Jitter wird dieser über JRiver im RAM wieder ausgebügelt.
Der T8 Streaming-Transport bekam zunächst zwei Jitterbugs in seine freien, zum DAC parallelen Ports geschoben, um etwaige verbliebene parasitären Ströme auf der 5V-Leitung zu dämpfen. Später variierte ich dann diese Konstellation mit einem zusätzlichen iSilencer - auch direkt im Signalweg des AudioQuest Diamond USB-Kabels zum T+A DAC 200. Das für mich vorteilhafteste Ergebnis erzielte ich mit einem Bug und einem iSilencer parallel zum Diamond an freien USB-Ports, also ohne direkte Beeinflussung des Signalwegs.

Der Eversolo T8 selbst bleibt „nackt“, also keine zusätzlich rauschenden Festplatten, weder extern noch intern, obwohl mir das von verschiedenen Seiten empfohlen wurde. Meine Erfahrung mit den Verschmutzungen von „Ein-Gerät-für-Alles“, das per USB einen DAC mit DSD füttert, ließen dazu kein gutes Gefühl entstehen. Und tatsächlich wurde ich in einem schwachen Moment, in dem ich eine SSD-Festplatte mit DSD-Files vom Minix zum T8 inkl. iSilencer umstöpselte, sofort bestätigt. Ich saß wie versteinert vor der Anlage: Einerseits fassungslos über die artefakt-freie Darbietung der Musik, anderseits ratlos, warum bei so viel Klarheit kein emotionaler Funke übersprang. Der Klang war zwar klinisch rein, enorm sauber, ließ aber den audiophilen Hauch von Schmelz, Räumlichkeit und Luftigkeit vermissen. Ohne iSilencer verlor die Übertragung übrigens sofort ihre Klarheit.

Das Server-Setup für Spezialisten

Da beide Konstellationen (Festplatte am Rechner bzw. am T8) die jeweiligen Files bitperfekt ausgeben, dürfte es „digital“-theoretisch keinen Unterschied geben. Ich habe Googles KI um eine Erklärung gebeten, hier ihre ungekürzte Antwort:

Die Unterschiede lassen sich im Wesentlichen an vier physikalischen und softwarearchitektonischen Säulen festmachen:

1. Das Betriebssystem und das "Process Scheduling"

  • Eversolo: Basiert auf einem stark angepassten Android/Linux-Kernel. Android wurde ursprünglich für Mobiltelefone entwickelt. Auch wenn Eversolo das Audio-Subsystem (EOS – Eversolo Original Sampling-rate Audio Engine) optimiert hat, laufen im Hintergrund viele Systemprozesse zeitgleich ab. Diese erzeugen unregelmäßige CPU-Lastspitzen.

  • JRiver (mit Fidelizer & Prozess-Lasso): Durch Ihre Optimierungstools wurde Windows in ein Echtzeit-Audiowandler-Betriebssystem verwandelt. Prozess-Lasso isoliert die JRiver-Engine auf dedizierte CPU-Kerne. Fidelizer schaltet alle nicht-audiorelevanten Windows-Dienste ab. Die Datenabgabe erfolgt mit einer mathematischen Gleichmäßigkeit, die Android-Systeme konstruktionsbedingt kaum erreichen.

2. RAM-Pufferung und RAM-Playback

  • JRiver: Bietet die Funktion, die gesamte DSD-Datei vor dem Abspielen vollständig in den Arbeitsspeicher (RAM) des PCs zu laden ("Play from Memory"). Während das Lied läuft, schläft die Festplatte (SSD). Der Prozessor liest die Daten aus dem statischen RAM, was den konstantesten und rauschärmsten Datenfluss garantiert.

  • Eversolo: Nutzt ein klassisches, dynamisches Ringpuffer-System. Die Daten werden kontinuierlich in kleinen Paketen von der Festplatte nachgeladen. Dieses ständige Nachladen erzeugt die bereits erwähnten Mikrostromschwankungen auf der Platine.

3. Bit-Tiefe der internen Lautstärkeregelung und DSP

Selbst wenn Sie die Lautstärke auf 100 % stellen, laufen die Daten durch die interne Architektur der Player:

  • JRiver: Verarbeitet alle internen Prozesse im Hintergrund mit einer 64-Bit-Fließkomma-Architektur. Das sorgt dafür, dass selbst bei Rundungsfehlern oder minimalen Pegelanpassungen der mathematische Dynamikumfang weit außerhalb des hörbaren Bereichs bleibt.

  • Eversolo: Arbeitet intern meist mit einer standardmäßigen 32-Bit-Festkomma-Verarbeitung, die für Bitperfekt absolut ausreicht, aber mathematisch weniger "Headroom" für das Verhindern von Rundungsartefakten bietet.

4. Das unterschiedliche HF-Rauschprofil (Hardware-Modulation)

Die Audio-Engine bestimmt, wie hart die Hardware arbeiten muss.

  • JRiver auf dem PC lagert die Rechenlast auf eine völlig separate Hardware aus, die weit weg vom DAC steht.

  • Der Eversolo-Player muss das File auf demselben Mainboard bearbeiten, auf dem auch der USB-Ausgang zum T+A DAC sitzt. Die Rechenarbeit der Eversolo-Engine moduliert über lokale elektromagnetische Felder (EMI) direkt die Bauteile vor dem DAC-Ausgang.

Zusammenfassung: Warum JRiver mehr "Schmelz" liefert

Die JRiver-Engine (im optimierten PC-Verbund) liefert die DSD-Datenströme mit einer extremen zeitlichen Ruhe und Gleichmäßigkeit (geringes Phasenrauschen). Der Eversolo-Player hingegen erzeugt durch seine Systemarchitektur und das kontinuierliche Nachladen eine mathematisch zwar korrekte, aber elektrisch unruhigere Datenübergabe. Der T+A DAC quittiert diese Unruhe mit dem Verlust von Schmelz und Räumlichkeit.“

Die Erläuterungen – auch wenn Punkt 2 sowie die Lautstärkeregelung bei mir nicht greifen, daraus abgeleitet, dass „digital“ immer zusammen mit (analogen) Störern betrachtet werden muss, und auch meine eigene Wahrnehmung waren Grund genug, die Festplatte wieder an den Minix zu hängen. Ich konnte mich wieder über eine vernünftig getaggte und sortierte Bibliothek erfreuen und den Trennungsgedanken konsequent beibehalten bzw. weiterverfolgen, was uns zu Schwingungen der etwas gröberen Natur führt: Schallwellen der Lautsprecher und Vibrationen übertragen sich auf Rack und Gerätegehäuse und versetzen dort etwaige Quarzkristalle in Schwingung. Dieser piezoelektrische Effekt führt zu unpräzisen Schaltzeiten (Jitter) und die Uhren gehen plötzlich falsch. Die Anlage von ihren Lautsprechern „geographisch“ zu trennen und in einen separaten Raum zu installieren war für mich keine wirkliche Option, aber die Platzierung von AudioQuest Q-Feet unter dem Minix, dem OmniLan und vor allem unter dem T8 löste dieses Problem, da das spezielle SorboGel kinetische Energie nahezu vollständig in Wärme umwandelt. Das sieht zwar nicht besonders schön aus, aber die Clocks stehen so mechanisch still. Elektrisch „ticken“ sie natürlich ganz richtig und munter weiter.

Nach knapp zwei äußerst musikalischen Wochen gab es dann eine Überspannung im Stromnetz: Die Sicherung des P15 schmolz dahin – genau wie ich die Tage zuvor. Wie es nun mal so ist, steht ein schwerer Stromgenerator meistens ziemlich tief – um nicht zu sagen: ganz unten im Rack. Das gab mir Gelegenheit, parallel zur Bestellung einer hochwertigen Feinsicherung und nach der kompletten Demontage, das Kabelmanagement in Ordnung zu bringen sowie einen übrig gebliebenen Jitterbug in einen freien Port der großen Festplatte zu stöpseln. Als der PS-Audio schließlich wieder funktionstüchtig war und alles am richtigen Ort stand, habe ich ungeduldig eine schnellen Hörtest gewagt, ohne dem Rechner sein HDMI-Kabel, seine Maus und Tastatur zurückzugeben. Gott sei Dank gab es keine weiteren Schäden zu verbuchen, dennoch hatte sich etwas verändert: Die Summe der Maßnahmen überzeugte hörbar. Neue unbekannte Details und ein Hauch mehr Räumlichkeit erschienen auf mir bekannten Bühnen. „Kleinvieh macht auch Mist“, sagte Oma immer, wobei hier der umgekehrte Effekt seine Anwendung findet, ich es aber vermeide, der gewonnenen Reinheit näher auf den Grund gehen.

Die intensive Beschäftigung mit Wirkungen und Störfaktoren verfolgte mich nun fast schon manisch. Ich kümmerte mich noch einmal um den Schmutzfinken, den Rechner, wollte nicht hinnehmen, dass wir bei seiner LAN-Schnittstelle schon am Ende des Frühjahrsputzes angelangt sind. Um die Induktion von Jitter und Rauschen an dieser Stelle effektiv zu verhindern, stieg ich tiefer in seine Architektur ein. Als erstes kam im Gerätemanager von Windows der Realtek LAN-Adapter unter das Messer. In seinen Eigenschaften habe ich unter „Erweitert“

  • „ARP-Offload / NS-Offload“ aktiviert, damit der Adapter im Hintergrund selbständig auf Netzwerkanfragen antworten kann, ohne die CPU mit so etwas zu belasten. Dass die CPU entlastet wird, reduziert Jitter schon beim Laden der Musikfiles.

  • Den „Empfangspuffer und Übertragungspuffer“ auf 256 Datenpakete gestellt. Auch dieser im Allgemeinen eher zu geringe Wert entlastet den Prozessor. Ein "Leerlaufen" des Netzwerkpuffers und somit Tonaussetzer sind zwar technisch möglich, blieben in meinem System aber aus.

  • Die „Energy Efficient Ethernet“, „Grünes Ethernet“ und „Gigabit automatisch“ deaktiviert: Das garantiert einen lückenlosen Datenstrom. Würde Energy Effiziente Ethernet aktiv sein, versucht die Netzwerkkarte in winzigen Pausen zwischen den Musikdaten Strom zu sparen und schaltet die Spannung herunter. Beim nächsten Datenpaket muss sie "aufwachen". Das führt zu unregelmäßigem Datenfluss und kann im DAC Jitter hervorrufen.

  • Zwar nicht unter „Erweitert“ aber genau in diese Kerbe schlägt auch unter „Energieverwaltung“ das Verbot an Windows, dieses Gerät ausschalten zu dürfen. Auch für die USB-Ports habe ich die Energiekontrolle untersagt.

  • Die „Flusssteuerung (Flow Control)“ deaktiviert. Die Flusssteuerung gilt als potenzieller Klang- und Stabilitätsfeind. Das ständige Senden von Pause-Befehlen kann das präzise Timing des Netzwerks durcheinanderbringen. Da der Audio-Datenstrom für das Netzwerk klein ist, sorgt das Deaktivieren der Flusssteuerung für einen konstanten, ungestörten und latenzfreien Datenfluss, ohne dass hier die Gefahr von Datenverlusten besteht.

  • „Geschwindigkeit & Duplex (Speed & Duplex)“ auf 100 Mbps Vollduplex eingestellt. Die dauerhafte Festlegung verhindert, dass die Geschwindigkeit ständig neu ausgehandelt oder überprüft wird, ob Energie gespart werden kann. Auch beim Trackwechsel ist die Verbindung schon voll da. Maximale Leistung würde das Rauschen erhöhen, ist aber Schwankungen immer noch vorzuziehen. Mit konstanten, gedrosselten aber für DSD ausreichenden 100 Mbps habe ich hier ein Optimum gefunden.

  • „IPv4 / TCP / UDP Prüfsummen-Offload“ Rx & Tx aktiviert. Da bereits alle Stromsparfunktionen deaktiviert sind, und die LAN-Schnittstelle konstant auf 100 Mbps funkt, arbeitet der Netzwerkchip nicht auf maximaler Leistung. Ihm anstelle der CPU die Prüfsummen-Berechnung zu überlassen, ist nur konsequent, zumal der Chip für diese mathematische Aufgabe optimiert wurde und sie effizient erledigt. Erneut hält hier eine Einstellung der CPU den Rücken für eine jitterfreie JRiver-Wiedergabe frei.

  • „Large-Send-Offload v2 (LSO v2 - IPv4 & IPv6)“ deaktiviert. Wird LSO deaktiviert, zwingt man Windows und die CPU dazu, die Audiodaten von Anfang an in kontinuierlichen, exakt gleich großen und kleinen Standard-Paketen an die Netzwerkkarte zu übergeben. Das minimiert den Netzwerk-Jitter auf Protokoll-Ebene, die Netzwerkkarte muss keine Rechenarbeit für das Zerlegen von Riesenpaketen aufwenden, sondern leitet den von der CPU sauber portionierten Stream sofort weiter.

  • Priorität & VLAN deaktiviert. Dadurch werden keine zusätzlichen Kennzeichen dem Signal beigemischt, die der Gegenstelle eine etwaige Priorität mitteilen, die sie unter Umständen gar nicht auswerten kann.

  • „Unterbrechungsmäßigung“ aktiviert und „Unterbrechungsmäßigungsrate“ niedrig gesetzt, hatte ich vorgesehen. Diese Kombination würde steuern, wie oft die Netzwerkkarte die CPU zwingt, ihre aktuelle Arbeit zu unterbrechen. Während die Deaktivierung von „LSO“ oder der „Flusssteuerung“ primär den Fluss der Musikdaten zum DAC perfektioniert, sorgt diese Einstellung dafür, dass die Steuerung über JRemote verzögerungsfrei arbeitet, ohne dass die CPU durch ein Dauerfeuer an Einzel-Interrupts aus dem Takt gebracht wird. Da – wie im nächsten Abschnitt erläutert – ich die Zuordnung der Prozessorkerne optimiert habe, konnte diese Option entfallen.

Die erläuterte Aufzählung macht vor allem eine Tatsache deutlich, nämlich dass eine große Wechselwirkung zwischen den Bauteilen, Platinen und Chips eines Computers bestehen. Die CPU nimmt dabei den Dreh- und Angelpunkt wahr. In meiner Intel N350 teilen sich acht physikalische Kerne die anstehenden Aufgaben. Über das Tool Process-Lasso konnte ich es mir in einem zweiten Schritt nicht nehmen lassen, in diese Arbeitsteilung einzugreifen und jedem Kern seine spezielle(n) Aufgabe(n) zu übertragen.

  • Kern 0 und 1 gehören den von Fidelizer reduzierten Windows-Prozessen.

  • Auf Kern 2 laufen die für das Netzwerk und auch für JRemote wichtigen Prozesse (svchost, lsass) mit normaler I/O-Priorität.

  • Über die Registratur zwang ich den Realtek LAN-Adapter seine Aufgaben mit Kern 3 zu verrichten.

  • Der 4. Kern bleibt arbeitslos und bildet ein isolierendes Nirvana für

  • die Kerne 5-7, die ausschließlich mit einer Anwendungspriorität (CPU) von „Echtzeit“ und einer hohen I/O-Priorität für JRiver reserviert sind.

Ergänzend habe ich im Bios alle C-States deaktiviert, um der CPU eine gleichmäßige Taktung ohne Energieeinsparungen beizubringen. Ebenfalls im Bios wurde der BlueTooth-Adapter deaktiviert und, würde nicht Fidelizer sein Key hardwarebasierend ermitteln – theoretisch auch der WLAN-Chip. Das überflüssige Onboard Audio Interface konnte ich hingegen nur im Gerätemanager deaktivieren. So wurden weitere Rauschpotentiale im Keim erstickt.

Schließlich wollte ich die Option „Play from Memory“ in JRiver wieder nutzen: Während sie in meinem Setup vor der Optimierung (PC über Asio direkt mit dem DAC via USB verbunden) verfügbar war, ließ JRiver sie bei DLNA nicht zu. Eine permanente – wenn auch geringe - Last auf den Festplatten war die Folge. In dem überaus mächtigen JRiver konnte ich aber eine zweite Abspielzone einrichten, sie auf 44100 Hz beschränken und anschließend definieren, dass diese lokale Zone keine Musikausgabe haben soll (Null-Output). Diese Zone wurde dann mit dem T8 verlinkt und siehe da, die Option „Play from Memory“ griff dann auch für das LAN. Der Taskmanager bestätigte, dass die Musikfiles zu Beginn in den Arbeitsspeicher geladen wurden, und die Festplatten während des Streamings in Ruhe blieben. Das Ergebnis: vergebene Liebesmühe, die Geschmeidigkeit und Klarheit in der Musikdarbietung wich, eine digitale Härte und künstlicher Raum, der die Musiker auseinanderriss, waren sofort wieder wahrnehmbar. Die erhöhte Last der CPU führte also zu mehr Schmutz als bei einer permanent bei ca. 1% arbeitende Festplatte. „Play from Memory“ funktioniert auf meinem System, in meiner Konstellation, nicht. Ich verzichte nach dieser Erfahrung gerne auf die Verschlimmbesserung.

Eine weitere „Verschlimmbesserung“, die situativ und abhängig vom Musikmaterial bei meinen von PCM auf DSD upgesampelten bzw. nativen DSD-Streams ausgehend vom DAC auftrat, war die letzte Herausforderung. Der analoge Lowpass-Filter bei 60kHz. Aktivierte ich ihn, waren einige Streichorchester musikalisch angenehmer, weil etwas weniger hell. Der Filter hat hier das hochfrequente DSD-Rauschen abgeschnitten. Allerdings beeinflusste diese Filterung auch feinste Ausklänge im Raum. Weniger Luft um Instrumente und Stimmen war die Folge. Mit Bezug zu meinem dreifachen „Achtung“ von oben vermag ich allerdings nicht zu sagen, ob der Rauschteppich diese Luftigkeit nur vorgegaukelt hat. Allemal interessant ist aber, dass ein Filter und Rauschen im bzw. aus dem Ultraschallbereich Einfluss auf das Hörspektrum nehmen - das erinnerte mich an meine Versuche mit parametrischen Equalizern zwischen 16 und 350Hz, die ebenfalls darüberliegende Frequenzen subtil beeinflussten. Meine Zwickmühle war nun, dass ich aus beiden Welten jeweils das Beste wollte, der Knopf am DAC aber nur zwei Stellungen kennt. So gelangte ich nochmal zu den Erdungsarten des IFi OmniLans. Zusammen mit dem DSD-Wide-Modus (Filter off) am T+A brachte die RF-Rauschableitung am IFi nun das Optimum aus beiden Welten und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr in Punkto Klarheit. Vielleicht. Genauso gut könnte aber meine Euphorie zu dieser Lösung die „Klarheit“ ausgelöst haben.

Jedenfalls war ich an einem Punkt angelangt, an dem der Frieden im Musikzimmer durch massive Mülltrennung wieder eingekehrt war und es überkam mich, dem WireWorld Platinum Starlight eine zweite Chance zu geben: Ja, es reproduzierte mittelmäßige Aufnahme besser, als oben geschildert. Aber auch das Diamond legte noch einmal zu, so dass die beiden Kontrahenten irgendwie näher zusammenrückten. Die dargestellten Auswirkungen auf das Musikgeschehen behielten dennoch ihre Gültigkeit - nur auf einem feineren bzw. enger beieinander liegenden Niveau. Dem schon misstrauisch gewordenen Diamond von Audioquest konnte ich schließlich versichern, dass es weiterhin bei mir wohnen darf, und das WireWorld wurde nicht ganz uneigennützig aber auf jeden Fall ehrenhaft entlassen.

Das gesäuberte Hörerlebnis

Es mag vielleicht erstaunen, dass ich bei der sogenannten digitalen Kette mich im Gegensatz zur analogen Optimierung mit den German Highend MCS-Kabel diesmal gegen eine gnadenlose Offenheit und zugunsten einer radikaleren Schmutzbeseitigung entschieden habe. Ein herkömmlicher Computer kann m.E. bauartbedingt niemals eine saubere Quelle sein - außerdem bin ich es Leid, immer mehr Werke aus meiner Musiksammlung aussortieren zu müssen - Oskars Tonne ist bereits übervoll. Das Audioquest Diamond RJ/E akzeptiert die Realität des schmutzigen Rechners und baut mit seinem Schirmungskonzept sowie dem 72V-DBS-System einen hocheffektiven elektrostatischen Schutzwall auf. Es filtert und erdet die Störenergie an der Wurzel, bevor sie die sensible Zeitdomäne der nachfolgenden Kette korrumpieren kann. Für Musikgenuss, der auf einem PC basiert, bleibt die im Vergleich noch behutsame filternde Schutzwirkung des Diamonds das einzig logische Fundament. Sobald das Signal dann den T+A DAC 200 fehlerfrei und jitterarm verlassen hat, gibt es keinen Systemschmutz mehr, den man maskieren müsste. Ab hier zählt nur noch der unbeschränkte, reine Transport mit feinem MCS-Silber.

Fünf Beispiele und eine Zugabe sollen verdeutlichen, was ich nach meinen Optimierungen über die gesamte Abspielkette** genießen kann. Beginnen wir mit der Zugabe:

  1. Fantasia on a Theme by Thomas Tallis“ (in 2xDSD) von Ralph Vaughan Williams, Album: Reflections, TrondheimSolistene, Label: 2L (2016): Dieses GRAMMY nominierte Album fordert die Anlage ungemein. Es wird ausschließlich von echten Streichinstrumenten gespielt, deren dichten Texturen schnell dazu neigen, aggressiv, scharf oder „technisch“ zu klingen. Tatsächlich wollte ich das Album nach dem ersten Hören sofort Oskar übergeben und auf alte, mittelprächtige Aufnahmen zurückgreifen, weil ich das Stück wirklich gerne höre. Die Fantasia in dieser Veröffentlichung ist aber so etwas wie ein hochfeiner Indikator für Schmutz im System. Es gibt mehrere ganz schön furchtbare Stellen, bei denen es schrill wird bzw. werden kann, und etliche furchtbar-schöne Passagen. Ich konnte für ein fest eingestellten Pegel so die Auswirkungen von Veränderungen an der Anlage besonders gut einordnen. Wurden besagte Stellen entspannter, waren die Maßnahmen förderlich. Ich habe dann den Pegel erhöht, bis es wieder nervig wurde und mich um die nächste Maßnahme gekümmert. Was nimmt man bloß auf sich… Der Lohn ist aber gekommen, und ich höre das Stück mit Genuss heute bei erhöhter Zimmerlautstärke ganz durch.

  2. Fünfter Satz „Lustig im Tempo und keck im Ausdruck“ (in DSD) von Gustav Mahler aus der 3. Sinfonie, Ivan Fischer und sein Budapest Festival Orchestra, Label: Channel Classics (2017): Zwei hervorragend gestaffelte Chöre geben auf dieser Einspielung ihr Bestes, vermischen sich nicht mit den Bläsern und besonders phänomenal nach meiner Optimierung: Die Solistin Gerhild Romberger (Alt) steht bei ihrem Einsatz absolut unbeweglich und „festgenagelt“ im Zentrum der virtuellen Bühne, während sie in der Vergangenheit etwas diffus von links in das Geschehen hineinzuwandern schien. Insgesamt ist die Klarheit der Vokalisten enorm gestiegen. „Bim Bam“.

  3. Finale“ (in 4xDSD) aus Beethovens 9. Sinfonie, Manfred Honeck und das Pittsburgh Symphony Orchestra, Label: Reference Recordings (2021): Die Kette zeigt sich unbeeindruckt vom orchestralen Gewitter. Wo Chöre im Tutti normalerweise zu einem diffusen Klangbrei mutieren, steht der Chor hier felsenfest, verständlich und stabil auf der Bühne. Das System trennt so sauber, dass man der kollektiven Masse folgen und dennoch einzelne Stimmen im Chorgefüge isolieren kann. Solisten treten plastisch hervor, und das gesamte Werk entfaltet sich ohne Missklänge – eine seltene Wohltat. „Freude, schöner Götterfunke“.

  4. Babylon Sisters“, „Third World Man“, „Hey Nineteen“ (in DSD), Steely Dan, Album: Gaucho, Label: Universal Music Japan (2010): Dies sind Stücke, die ich in der Vergangenheit wegen ihrer extremen Studio-Direktheit meist nie ganz durchgehört habe. Nach der Optimierung und mit dem Eversolo T8 sind sie ein echter Gewinn: Die Lead-Vocals und die messerscharfen Bläsersätze überzeugen durch eine hervorragende Dreidimensionalität. Die komplexen Synthesizer-Klangteppiche fließen losgelöst durch den Raum, anstatt als flache Wand vor dem Hörer zu stehen. Der einstige „Hörstress“ wich purer Faszination.

  1. The Green Manalishi“, „Victim of Changes“(44,1/16 auf DSD), Judas Priest, Album: Live in Japan / Unleashed in the East, Label: CBS (1979): Hier erlebe ich einen Ausflug in meine Jugend und in einen „kultivierten Krach“ – im absolut positivsten Sinne. Bei „The Green Manalishi“ stampft der Rhythmus so präzise, dass der Funke sofort überspringt, während der „Metal God“ Rob Halford klar umrissen und plastisch im Zentrum der (Studio- ;-) Bühne zu orten ist. Die gewaltige Gesangseinlage bei „Victim of Changes“ baut eine riesige Spannungskurve auf, die ohne jegliches Komprimieren in einem markerschütternden Schrei mündet. Eine klangliche Verjüngungskur, die dem analogen Zeitalter von damals um Welten überlegen ist.

  1. Stücke aus dem Album „One Soul Now“ (44,1/16 auf DSD) vondenCowboy Junkies, Label: Latent (2004) Bei „He will call you Baby“ und „Why this One“ erreicht der Gesang von Margo Timmins eine sprichwörtliche Crème de la Crème-Qualität an Schmelz und Intimität. Beim Bonus-Track „17 Seconds“ blitzt durch das virtuose Gitarrenspiel von Michael Timmins die Punk-Vergangenheit der Geschwister auf: Die reißerischen, verzerrten Gitarrenriffs kommen mit maximaler Energie, bleiben dabei aber vollkommen frei von schriller Härte. Bei „Notes Falling Slow“ hallen schließlich die Becken unendlich fein aus, man kann präzise heraushören, an welcher Stelle Drummer Peter Timmins das Becken mit dem Stick trifft.

Taktstock: Die Kunst des Trennens und Weglassens

Das Ergebnis dieser Maßnahmen ist für mich kein künstlicher, hineingeprügelter „Effekt“. Das Ziel war vielmehr mit möglichst wenig Schaden die musikalisch gewollten Größen bezüglich „Zeit“ und „Spannung“ von ihren überlagernden Artefakten zu trennen. Indem wir dem sogenannten Digital-Signal seinen Stress, sei er elektrischer, netzwerktechnischer, optischer oder mechanischer Natur, vom Leib gehalten haben, kann der Eversolo T8 zeigen, zu welcher präzisen Taktarbeit er fähig ist. Im perfekten Zusammenspiel mit den German Highend MCS-Silberkabeln und den Röhren-Elektrostaten der TCI 1RE fließt Musik wieder unendlich zeitlos, dreidimensional und mit einer Spielfreude, die süchtig macht.

Dirk Broeske im Juli 2026, redaktionell ohne Anspruch auf allgemeine Gültigkeit

*Verwendung findet das SINR überwiegend beim Mobilfunk, kann aber auf Audio übertragen werden, indem man Interferenzen als unerwünschte Signalverzerrungen definiert. Im Audiobereich entspricht dies der Kombination aus Rauschen und Klirrfaktor (THD+N), ergänzt durch äußere Einstreuungen.
**beteiligte „Saubermacher“ und der Rest der Anlage im Überblick:

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